Sentix Marktradar
Bahn frei für den goldenen Oktober

Rally – Einbruch – und jetzt wieder Rally? Die Perspektiven für den Goldmarkt haben sich deutlich aufgehellt. Der übertriebene Optimismus ist aus dem Markt. Und die Politik tut alles, um den Goldpreis zu unterstützen.
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FrankfurtDie Gold-Notierungen sind Mitte September kräftig unter Druck gekommen. Was die Ursachen im Einzelnen gewesen sein mögen, ist strittig. Fest steht, dass Gold zuvor stark überkauft war, die bei Sentix gemessene Wertwahrnehmung im August bereits ein Jahrestief markierte und sich die Gold-Bullen einfach zu sicher waren, auf der richtigen Seite des Marktes zu stehen. Als dann die Marke von 1.760 Dollar fiel, war ein technisches Doppel-Top komplettiert und der Weg nach unten frei.

Fast schon panikartige Züge trug der folgende Absturz bis auf 1.535 Dollar. Seither hat das gelbe Metall aber schon wieder eine Menge Boden gut gemacht und notiert wieder knapp unterhalb von 1.700 Dollar. Und es könnte weiter gehen. Denn in der Korrektur erholte sich die mittelfristige Wertwahrnehmung der Anleger signifikant. Sie signalisiert damit, dass zunehmend mehr Anleger eine Rückkaufneigung entwickeln. Auch die Politik lässt nichts unversucht, die Gold-Bullen wieder anzulocken. Ob "quantitative easing 2" – ein 75 Mrd. Pfund schweres, zweites Ankaufprogramm der Bank of England, die wohl unaufhaltbare Aufstockung des europäischen "Rettungsschirms" EFSF oder eine Kanzlerin, die verspricht alle Banken mit frischem Kapital zwanghaft zu beglücken: Wo so viel neues Geld in Umlauf gebracht wird, wittern die Gold-Bugs neues Unheil.

Wie schon in weiten Teilen des ersten Halbjahres 2011 könnte es so weit kommen. Liquidität wird ins System gepumpt, die Risikofreude damit gefördert und somit für Aktien, Risikoanleihen und Rohstoffe neue Munition geliefert. Wohin das führt, ist schwer abzuschätzen. Wer es aber nicht gut findet, hat außer dem gelben Metall kaum eine Fluchtburg.

Manfred Hübner
Manfred Hübner
Sentix / Geschäftsführer

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Bahn frei für den goldenen Oktober"

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  • Wenn man bedenkt, dass 600 Billionen Dollar in Derivaten auf der Welt rumschwirren.................

  • Ich empfehle die Lage beim Gold konservativ zu betrachten. Man sollte erst mal die Fallhöhe ermitteln und sich dann überlegen welche Prämie man noch bereit ist obendrauf zu zahlen.

    Ich halte das Nivea von $400, um welches der Preis von 1981 bis 1996 pendelte, für die absolute Untergrenze. In diesem Zeitraum floß das Geld fast ausschließlich in Aktien und Immobilien und Gold war ein völlig uninteressantes Investment. Der Dow Jones konnte sich in dieser Zeit versiebenfachen!! Es liegt also nahe, dass Gold in dieser Zeit deutlich unterbewertet war.

    Da sich seit 1996 die Geldmenge (M2&M3) grob verdreifacht hat, kann ich so zumindest die faire Untergrenze des Goldpreises bei $1200 ableiten. Der faire innere Wert wird irgendwo darüber liegen, vielleicht bei $1400, aber wer weiß das schon.

    Zur heutigen Zeit muss man aber fairerweise zum inneren Goldwert auch eine Versicherungsprämie hinzurechnen. Denn Gold bietet als eine der wenigen Anlageklassen praktischen Schutz vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems bzw. eines verschleierten Zusammenbruchs per Super- oder Hyperinflation. Im Gegensatz zu Aktien besteht ja nicht die Gefahr dass der Wert auf 0 geht.

    Da ich persönlich die Risiken für unsere Wirtschaft und das Finanzsystem als sehr hoch einschätze, würde ich selbst eine Prämie von bis zu 50% in Kauf nehmen um mich vor Kapitalverlust zu schützen. Man muss das ja so sehen: Wenn die Welt vorm Kollaps gerettet wird, dann behalte ich vermutlich meinen Job, habe ausreichend Einkommen und kann die 50% Prämienverlust verkraften. Geht das Finanzsystem dagegen unter, dann ist mein Job weg, aber ich konnte 50% meines Vermögens retten.

    Für mich bleibt daher Gold bis $2400 ein klarer Kauf. Das aktuelle Niveau lohnt sich definitiv zum Einstieg.

    Blasen sehe ich aktuell eher bei Staatsanleihen oder chinesischen Immobilien.

  • Zum Thema "langfistige Goldpreisentwicklung" habe ich diesen sehr interessanten Artikel gefunden. Hier werden die langfristigen die Zusammenhänge bzw. Zyklen der Wirtschaft, Finanzen, Aktien, Gold, in einem interessanten Modell sehr gut beschrieben!

    http://www.propagandafront.de/186500/gold-der-ultimative-schutz-vor-dem-zusammenbruch-des-weltfinanzsystems.html

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