Sentix Marktradar
Das Ende der Dax-Rally ist nah

Er hat mehrere Anläufe gebraucht, doch am Freitag schaffte es der Dax endlich über die 7.000 Punkte. Eine psychologisch wichtige Marke, die eigentlich Lust auf mehr machen sollte. Doch es droht eine Korrektur.
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DüsseldorfDer Dax steigt und steigt, aber so recht will bei den Investoren keine gute Stimmung aufkommen. Auch ein Kursplus von mehr als 1.000 Punkten in nur wenigen Wochen kann die Anleger nicht überzeugen. „Der Dax stürmt davon und lässt die Anleger strategisch etwas ratlos zurück“, fasst Manfred Hübner die Lage zusammen. Vor dem „September der Entscheidungen“ würde sich kaum jemand festlegen wollen, ergänzt der Experte von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich 3.500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

Die Mehrheit der Anleger ist stark verunsichert und verharrt an der Seitenlinie. „Selbst diejenigen, die die Rally mitmachen und Aktien kaufen, tun das nur mit geringen Einsätzen, eine strategische Überzeugung ist aber auch bei Ihnen Fehlanzeige“, so Hübner. „Sie folgen einfach nur prozyklisch dem Trend.“ Eine echte Aufbruchsstimmung hat EZB-Chef Draghi trotz markiger Worte nicht erreicht.

Das ist nachvollziehbar, schließlich stehen im September einige wichtige Entscheidungen an. Die wichtigste ist wohl das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM und zum Fiskalpakt. „Ein Ja der Karlsruher Richter öffnet den Rettungspolitikern wohl jede Tür zur Schuldenunion, die bislang noch verschlossen scheint“, so der Sentix-Experte. Und auch ein möglicher Euro-Austritt der Griechen könnte im kommenden Monat auf der Agenda stehen – flankiert von dem ein oder anderen EU-Gipfel. „Diese Agenda ist für die Anleger nur allzu klar sichtbar“, analysiert Hübner. Das erkläre, warum sich die mittelfristige Marktmeinung der Anleger zu Aktien derzeit kaum bewege und damit weder Kauf- noch Verkaufsbereitschaft entsteht.

„Umso bedeutender wäre es deshalb, wenn der Markt bereits vor den großen Ereignissen Fakten schaffen würde und Dax, MSCI World und Co. ihre mittelfristigen Abwärtstrends nach oben verlassen würden“, so Hübner. Um einen Trend zu drehen, braucht es allerdings die entsprechende Nachfrage – und die ist derzeit Fehlanzeige. „Realistisch ist ein Trendbruch derzeit nicht.“ Denn die Anleger sind keineswegs unterinvestiert.

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Kommentare zu " Sentix Marktradar: Das Ende der Dax-Rally ist nah"

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  • "Eine echte Aufbruchsstimmung hat EZB-Chef Draghi trotz markiger Worte nicht erreicht". - Na gottseidank!! So kann man nur hoffen, dass Draghi in seiner infantil-verbalen Macht- und Spielsucht endlich ernüchtert bevor es absolut zu spät für das wirtschaftliche Europa ist.

  • "Das Ende der Dax-Rally ist nah"

    Boh eyh!
    Klingt wie das ewige "Das Ende der Welt ist nah!".

    Die ewigen Schlechtredner des Euros, Europas und des DAXes sind für mich nur die schreibenden Söldner der Amis, die, wenn sie schon untergehen, bitte schön doch möglichst den Rest mitnehmen wollen.

    Günstigstenfalls sind diese Typen blauäugige Ami-Hörige, denen der Verstand abhanden gekommen ist.

    Ich bin Mathematiker und schaue auf die Zahlen und die sagen der DAX geht nach oben.

    Hätte, könnte, sollte in einem empirischen Feld, das wesentlich von der Psychologie gesteuert ist, sind solange belanglos, wie es die Zahlen nicht wiedergeben.

    Also werft eure Knöchelchen gerne weiter in eurem Kral und krault euch wer weiß wo, damit ihr euch wohl fühlt.

    Ich halte mich lieber an die Fakten und fahre gut damit.

    BASTA!

  • Take a look at copper

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