Sentix Marktradar
Das Endspiel hat begonnen

Die Schuldenkrise gerät außer Kontrolle. Profiteur sind deutsche Bundesanleihen, die immer höher klettern. Für Anleger steigen die Risiken. Doch die Rally muss noch nicht beendet sein, zeigt ein Vergleich mit VW-Aktien.
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FrankfurtMit dem steilen Anstieg spanischer und vor allem italienischer Zinsen ist der Eindruck kaum noch zu unterdrücken, dass die Schuldenkrise vollends außer Kontrolle geraten ist. Neben Griechenland notieren nun auch die langfristigen Zinssätze von Portugal und Irland auf Ramschniveau, womit diesen Ländern der Kapitalmarktzugang entzogen wird. Gleichzeitig erweckt die Politik den Eindruck, ratlos und zerstritten zu sein.

Für die Investoren ist dies eine ganz schwierige Situation. Mit Hilfe der sentix Sentimentanalyse können einige Problemfelder aufgedeckt und daraus Ideen zur weiteren Kapitalmarktentwicklung und zur eigenen Strategie abgeleitet werden.

Eine überraschende Entwicklung ist von den kurzfristigen Sentimentwerten zu vermelden. Diese sind trotz der Turbulenzen vom Freitag zunächst kaum gesunken. Die Anleger zeigen sich kaum beeindruckt vom Aufflammen der Euro-Schuldenkrise und den enttäuschenden US-Konjunkturdaten. Offensichtlich wollen die Anleger zwischen der "guten Konjunktur in Deutschland" und den Problemfeldern separieren. Das ist einerseits mit Blick auf die aktuell noch gute Konjunkturlage verständlich.

Jedoch scheinen die Investoren zu übersehen, dass dauerhaft steigende Zinsen im restlichen Europa und eine immer größere Verunsicherung der Bevölkerung durch die Schuldenkrise letztendlich auch realwirtschaftliche Konsequenzen haben wird. Immerhin exportiert Deutschland noch immer am meisten in die EU und steigende Zinsen waren selten gut für die Wirtschaft.

Die Schuldenkrise treibt auch den Bund Future an. Hier kommen zwei wesentliche Faktoren zum Tragen: Einerseits wird in vielen Anlagegremien nun die Asset Allocation überdacht. Was einstmals als reines Zinsrisiko galt, ist nun Zins- und Kreditrisiko. Hier darf der immense Anpassungsbedarf nicht unterschätzt werden. Es handelt sich bei belgischen, französischen oder italienischen Anleihen nicht um Randinvestments, sondern um die Kerninvestments aller Investoren in den jeweiligen Ländern.

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Das Endspiel hat begonnen"

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  • "Eignen sich Bundesanleihen vor diesem Hintergrund als Investmentchance? Diese Frage kann man mit einer Gegenfrage beantworten. War VW bei 300 Euro ein Kauf?"

    Habe leider wenig Fachkenntnis; kann mir jemand sagen, wie das gemeint ist...?

  • Traurig, doch das Leben auf Pump vieler Industrienationen kommt jetzt langsam zum Vorschein! Erst Irland, dann Griechenland, Italien, evt. noch Spanien und Portugal. Heisse Kandidaten sind auch die USA, die mit 100% Verschuldungsquote kurz vor der Staatspleite stehen. Und Deutschland ist mit einer Verschuldungsquote von 75% auch nicht mehr weit entfernt. Es ist doch offensichtlich

    Die Rating-Herabstufungen ist eine richtige Schlussfolgerung. Denn wenn man die Verschuldung der Staaten mit der von fiktiven Haushalten vergleicht, so ist festzustellen, das jeder Haushalt, der so wirtschaften würde wie die überschuldeten Industriestaaten, über kurz oder lang pleite gehen muss. Ein sehr interessantes und plakatives Beispiel dazu wird hier gegeben:

    http://wp.me/pSSuC-320

    Mit gesundem Menschenverstand ist offensichtlich, dass "Neuverschuldung" an sich schon der Grund allen Übels ist und so nicht weitergehen kann.

  • Herr Wulfff kann ja auch wie bekloppt auf die Tankanzeige im Auto einhämmern vor Wut, dass er kein Benzin mehr im Tank hat. Ratingagenturn abschaffen nützt nichts !

    Schizophren diese CDU-Sozialisten in der deutschen Regierung.

    In den 1930er Jahren waren die Radios groß im Kommen (Volksempfänger oder Göbbels-Schnauzen). Darüber wurde die Propaganda wirkungsvoll aufs Volk Übertragen. Heute erledigen das die gleichgeschalteten linken Medien übers Internet und mittels TV. Es wird beliebig ein- und ausgeblendet. Realität ist das, was kund getan wird (und nicht das was los ist !).

    Tja jetzt kommen die Frauen ...

    Weibliche Politik heisst:
    - nichts wird geplant
    - es wird ad-hoc reagiert
    - wer am meissten jault bekommt zuerst happie-happie
    - das rundherum Wohlfühl-Klima ist besonders wichtig
    - wer etwas fordert oder anderweitig männlich dominant ist, muss sich nochmal hinten anstellen
    - jeder hilft jedem, egal wieviel Schuld er selbst an seiner Misere hat
    - in der 1. Reihe sitzt garkeiner
    - an der Tür hängt "Bitte nicht stören"
    - alles wird öffentlich dementiert
    - Politik nur noch nachts in abhörsicheren Klüngel-Bunkern
    - Kritik aussitzen und immer dieses süffisante Lächeln.

    Mir wird schlecht, Frau Merkel !... DDR2 naht und das SED-Politbüro klatscht im Takt Takt Takt.

    Guck Dir mal die Abgeordneten (Stimmvieh, Marionetten) im Bundestag an:

    - ehemalige Parteivorsitzende sind jetzt Abgeordnete
    - ehemalige Fraktionsvorsitzende sind jetzt Abgeordnete
    - jeder der mal gross in der Politik war und jetzt noch ein paar Jahre als Abgeordneter ruhig hinten sitzend Diäten abzocken will.

    Und in unserer indirekten "repräsentativen" Demokratie vertreten die auch noch unsere Volksinteressen. Die freuen sich auf ihre Diäten und auf die fette Pension und liegen stromlinienförmig im Politikgewässer der Regierung.

    Jeder angeforderte EU-Müll wird quittiert.

    ICH WÄHLE WIEDER "DIE Freiheit" .. auf dem nächsten Wahlzettel, das steht schon mal fest !!

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