Sentix Marktradar
Das Vertrauen in den Euro schwindet rapide

Der Euro ist zur Krisenwährung verkommen. Der Vertrauensverlust der Investoren wird immer größer. Daran ändern auch alle Rettungsversuche und Hilfsprogramme von Seiten der Politik nichts. Und das Misstrauen wird noch befeuert.
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Düsseldorf „Anleger haben die Gipfelbeschlüsse überhaupt nicht honoriert“, sagt Manfred Hübner vom Analysehaus Sentix. Im Gegenteil: Das Misstrauen ist sogar noch gewachsen. In der wöchentlichen Sentix-Umfrage unter mehr als 3500 privaten und institutionellen Investoren ist die mittelfristige Stimmung auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen. „Damit rückt unser Kursziel von 1,20 in greifbare Nähe“, analysiert der Experte. „Wenn dann die einzige Hoffnung für den Euro darin besteht -, dass sich womöglich bald der Anlagefokus auf die USA und deren hausgemachte Schuldenprobleme richtet , wird das Dilemma des Euros offensichtlich.“

Keine guten Aussichten also. Dass die Anleger trotz der massiven Vorbehalte gegenüber der Gemeinschaftswährung ihr Geld nicht abziehen, hat einen einfachen Grund. „Investoren verstehen die Krise nicht und deshalb reagieren sie auch nicht“, sagt Hübner. „Das liegt daran, dass den Anlegern die Alternativen fehlen und sie einfach nicht wissen, wohin sie mit ihrem Geld sollen.“

Viele könnten sich aber auch gar nicht komplett aus dem Euro-Raum verabschieden, selbst wenn sie wollten. Vor allem Institutionelle haben schließlich Vorgaben, an die sie sich halten müssen. Und für Privatanleger, die im Euro-Raum leben, ist es noch schwieriger – und auch wenig ratsam, ihr Geld komplett im Ausland anzulegen. „Aber natürlich kann man Euro-Positionen absichern oder ausländische Aktien, Anleihen und natürlich die Währungen selber beimischen“, so Hübner.

Der Sentix-Experte befürchtet, dass es nur eines kleinen Impulses – etwas durch eine schlechte Nachricht in einem Krisenland – bedarf, um  das Fass zum überlaufen zu bringen. Irgendwann werde der Druck zu groß, so Hübner. Die Folge könnte eine Flucht aus dem Euro sein.

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Gold ist die einzige unbelastete Währung

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  • Wenn man so hört, dass die Griechen ständig "nachverhandeln" wollen, sich nicht einmal ansatzweise an ihre verpflichtenden Abmachungen mit der Troika halten;
    wenn man sieht, dass Spanien auf Umwegen seine Banken auf unsere Kosten rekapitalisieren will, dabei die Troika meidet, wie der Teufel das Weihwasser - es könnten ja neue Auflagen und Kontrollen gefordert werden:
    und wenn man das erpresserische "Verhandeln" der Italiener betrachtet, die ebenfalls der Troika kategorisch Hausverbot erteilt, dann kann man sich lebhaft vorstellen, wie der Euro von Tag zu Tag mehr abwirtschaftet!

    Ich behaupte, dass der Euro mit dem ClubMed elendig zugrunde gehen wird! Diese Menschen feiern selbst in der größten Desolatesse ihre Manjanamentalität. Eigenlich könnten sie uns auch ein "Angebot machen, das wir nicht ablehnen können"!

  • Lieber "Wirtschaftler",
    danke für Ihre Voraussicht und Ihren diskussionswürdigen Beitrag. Wie cool wäre es, wenn Gold innerhalb der nächsten 5 Jahre wieder langsam auf unter EUR 400 pro Unze (sofern es dann noch einen Euro gibt) sinken würde! Und Silber auf unter EUR 7. Wir würden kaufen, kaufen, kaufen! In diesem Sinne wünschen Ihnen alle Gold- und Silver Bugs unserer wunderbaren und verrückten Welt eine angenehme Zeit bis dahin. Immer schön "Aktuelle Kamera" schauen, glauben und beten. Hier einige gute Gebete: "Die Rente is sichä." "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf." "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." "Maastricht-Verträge sind verbindlich."

  • ... Gold ist ein Rohstoff, der zur Zeit völlig übereuert gehandelt wird. Nachdem es 10 Jahre aufwärts gegangen ist, folgt nun völlig logisch der Abstieg.
    Da die Länder Europas nur ihre Ausgaben an die Einnahmen anpassen müssen, (was bei ständig steigenden Privatvermögen und steigender Staatsverschuldung leicht realisierbar ist, wenn man nur die Steuerhinterziehung eindämmt) um den Euro weiter so stabil zu halten, wie in den letzen 10 Jahren (Inflation < 2%), sehe ich für Gold keine Zukunft als Wertanlage. Der Kurs wird in 5 Jahren bei unter 400 € liegen.
    Man sieht ja schon jetzt, wo alle Welt von Krise, Krise, Krise redet, dass der Goldpreis dennoch absinkt. Da kann sich jeder ausrechnen, wo es hingeht, wenn die Länder Europas einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können.

    Gold ist tot. Wer vor 10 Jahren nicht gekauft und vor einem halben Jahr nicht verkauft hat, muss sich eine andere Wertanlage suchen.

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