Sentix Marktradar
Deutliche Warnsignale!

Die Euro-Krise ist mit voller Wucht zurück. Anleger werden immer skeptischer. „Es fehlt nicht viel zu einem neuen Bärenmarkt“, warnt Patrick Hussy von Sentix. Der Experte für Börsenpsychologie sieht einige Alarmsignale.
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DüsseldorfDie Stimmung der Anleger dreht schnell, sehr schnell. Noch vor zwei Wochen war bei der wöchentlichen Umfrage des Analysehauses Sentix keine klassische Angst messbar – zumindest wenn es um die kurzfristige Stimmung für deutsche Aktien ging. Zwar waren die Anleger nicht gerade optimistisch gestimmt, richtig pessimistisch aber auch nicht. „Doch dann rutschte der Dax unter die charttechnisch wichtige Marke von 6.850 Punkten – und den Anlegern das Herz in die Hose“, sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Die Angst war zurück, pünktlich zum Osterfest.

In den vergangenen Tagen hat sich das kurzfristige Sentiment trotz weiter fallender Kurse allerdings wieder leicht verbessert. Klingt erstmal nach Entwarnung, ist aber gar nicht gut. „Das kurzfristige Sentiment zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Gier und Angst liegen. Es muss antizyklisch bewertet werden“, erklärt Hussy. Die nachlassende Angst ist in Kombination mit den schwachen Börsenkursen ein Warnzeichen.

Ein weiteres Alarmsignal sendet die mittelfristige Stimmung. Auch hier stehen die Zeichen für deutsche und auch für europäische Aktien auf eine weitere Korrektur. „Ähnlich wie schon im vergangenen Jahr stürzen die mittelfristigen Erwartungen ab“, sagt Hussy. „Die Skepsis ist hoch.“

Auch für den Euro sieht es gar nicht gut aus. Die Stimmung steuert auf ein neues Zwölf-Monats-Tief zu. Fällt die europäische Einheitswährung unter 1,30 US-Dollar, „wird es dunkel“, so Hussy. Angesichts der sowieso schon negativen mittelfristigen Stimmung könnte es sogar zu einem regelrechten Abverkauf des Euro kommen. Ein solcher Absturz würde auch die Aktienmärkte weiter belasten.

Kein Wunder, dass die Risikoneigung der Anleger deutlich nachgelassen hat – ein weiteres Ergebnis der aktuellen Umfrage. Auf den zweiten Blick verwundern mag die ausgesprochen positive Stimmung für Aktien aus den aufstrebenden Schwellenländern. „Sie ist viel zu gut, vor allem wenn man die chronische Underperformance wichtiger Teilmärkte wie China betrachtet“, sagt der Sentix-Experte. „Und das ist ein weiteres deutliches Warnzeichen für die Märkte.“

Hussy würde zwar gerne das Ende der Korrektur ausrufen, doch die Daten sagen etwas anderes. „Die Warnsignale sind deutlich, es sieht schlecht aus für die Aktienmärkte“, fasst der Experte zusammen. „Wir sitzen auf einem Pulverfass, das die EZB zwar mit einer hohen Brandmauer schützen will, doch der Funken könnte jederzeit überspringen – und dann kracht es.“ Übersetzt heißt das: In den kommenden vier Wochen könnten die Kurse noch einmal deutlicher nachgeben.  

 

Die sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter http://www.sentix.de

 

 

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Deutliche Warnsignale!"

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  • MJM1605-wie wahr, wie wahr! So funktioniert das alles. Wer den Anfang verpasst, erlebt auch nicht das Ende. Mit dem Bruch des Lissabonvertrages fing alles an, sonst hätte der Wechselkursmechanismus die überschuldeten EURO-Südstaaten wieder auf Vordermann gebracht. Aber mit Sparmaßnahmen gehts immer schneller abwärts, wie deutlich zu sehen ist. Schuld daran ist die falsche Rettungspolitik, keine wirkliche Solidarität ist das, nur versuchte Bankenrettung mit Zeitgewinn. Deutschland ist daran stark mitbeteiligt. Der falsche Slogan "Wir müssen den EURO retten" machts möglich.

  • Pilosop !! Den Nagel auf den Kopf getroffen. Alles nur unwichtiges "Expertengelaber".

  • Dummes Gelaber. Wenn alle von etwas ausgehen, wird es nicht eintreten.

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