Sentix Marktradar
Die Börsen-Ampel springt auf gelb

Der Dax hat ein neues Jahreshoch erreicht, die Unternehmen berichten glänzende Zahlen, die Wirtschaft brummt und die Notenbanken, allen voran die Fed, befeuern den Trend mit billigem Geld. Besser geht’s nicht, oder doch?
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FrankfurtAn den Börsen herrscht Hochstimmung: Die vor zwei Wochen im Rahmen der sentix Analyse thematisierte Nervosität der Anleger hat sich entladen und allen voran den Dax auf ein neues Jahreshoch katapultiert. Auch der S&P 500 hat ein neues Verlaufshoch markiert und selbst Fuß-kranke Indizes wie der SMI haben sich kräftig erholt. Die jüngsten Quartalszahlen der Unternehmen waren gut, werden aber geradezu euphorisch von den Medien kommentiert. Da will auch die US-Notenbank nicht zurückstecken und hält an ihrer expansiven Notenbank-Politik fest. In diesem Umfeld hat sich die hohe kurzfristige Irritation aufgelöst und ist purem Optimismus gewichen.

Die letzten Daten der sentix Investitionsgrade zeigen, dass sich dieser Optimismus auch in zunehmend investierten Portfolien niedergeschlagen hat. Zum Höhepunkt der Dividendensaison sind die Investoren dabei. Es zeigt sich derzeit aber noch eine weitere, interessante und wohl für die Zukunft wichtigere Tendenz: Die mittelfristigen Erwartungen kippen bedenklich ab und notieren inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit August 2010. Für sechs von sieben Märkten messen wir ein 26-Wochen-Tief!

Dies ist eine deutliche Änderung im Verhalten der mittelfristigen Erwartungen und zeigt, dass die „Ratio“ den Investoren einen teuren Markt signalisiert. Dennoch können sich diese Investoren dem Reiz des Trends und der Notwendigkeit, diese Performance mitnehmen zu wollen oder müssen, nicht entziehen.

In unserem sentix-Ansatz ist ein solcher Markt aber als zunehmend gefährdet einzustufen. Wenn kurzfristige Motive das Handeln dominieren und Investitionsgrade gegen die mittelfristigen Überzeugungen ausgereizt werden, dann bedeutet dies zwar nicht unbedingt eine sofortige Trendumkehr, aber die Börsenampel springt von grün auf gelb!

Die absehbaren Achillesfersen für die Aktientendenz sind zum einen der Abschluss der Berichts- und Dividendensaison. Über was wird danach berichtet? Unserer Meinung nach kommen dann eher wieder die noch immer ungelösten Problemthemen auf den Tisch. Zum anderen leiden die Emerging Markets zunehmend unter den Nebenwirkungen der lockeren Geldpolitik, vor allem der Fed, nämlich Inflationsdruck (der Zinserhöhungen erfordert) und Aufwertungen der eigenen Währung.

Wir bleiben bei unserer Strategie, diesem Aktienmarkt nur noch asymmetrisch zu folgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Mitte bis Ende Mai ein Top bilden und damit die Korrekturgefahr steigt, ist inzwischen stark erhöht.

 

 

Manfred Hübner
Manfred Hübner
Sentix / Geschäftsführer

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