Sentix Marktradar
Die Euro-Konjunktursorgen reißen nicht ab

Die Euro-Schuldenkrise hinterlässt immer tiefere Spuren in der realen Wirtschaft. Die Zahl der Hoffnungsträger sinkt, die Stimmung der Investoren sinkt auf Tiefstände.
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FrankfurtDer sentix-Konjunkturindex verzeichnet im Dezember den fünften Rückgang in Folge und notiert nur noch bei minus 24 Punkten. Der Druck kommt von einer sich verschlechternden Lage, während die Erwartungswerte von den jüngsten Hilfsaktionen der Notenbanken unbeeindruckt bleiben. Besser sieht es in den USA und in Deutschland aus, doch dem Abschwungs-Szenario sind auch sie noch nicht entwachsen.

Die Verunsicherung über die Euro-Schuldenkrise und steigende Zinsen in vielen Euro-Staaten belasten auch im Dezember die reale Wirtschaft. Die unter fast 1.000 Teilnehmern durchgeführte sentix Konjunkturumfrage zeigt, dass sich die konjunkturelle Lage weiter zuspitzt.

Mit einem Wert von minus 24 fällt der Gesamtindex den fünften Monat in Folge. Die Lagewerte erhalten einen weiteren Dämpfer und reflektieren damit die zuletzt schwächeren Produktionsdaten. Überraschenderweise verharren jedoch die Erwartungswerte im klar negativen Bereich, obwohl die konzertierte Aktion der Notenbanken die Börsen in der Vorwoche noch beeindrucken konnte. Euroland bleibt damit stark rezessionsgefährdet.

Selbst wenn man die jüngsten Liquiditätshilfen als Teil einer Problemlösung betrachtet, wirken geldpolitische Impulse erst mit einiger Verzögerung auf die reale Wirtschaftsentwicklung. Im Durchschnitt sechs Monate liegen zwischen dem Beginn einer monetären Lockerung und messbaren positiven Folgen für die Konjunktur. Im aktuellen Zyklus rechnen die Investoren aber mit einer unterdurchschnittlichen Effizienz der Geldpolitik. Die Erwartungswerte zeigen sich entsprechend unbeeindruckt.

USA und Deutschland – relativ besser

Die Euro-Zone bleibt also angeschlagen, dagegen sind die für die USA und Deutschland gemessenen Indikationen um einiges besser. Vor allem für die USA zeigen sich die Anleger positiv überrascht. Der Gesamtindex steigt von minus 13,9 auf minus 6,4 Punkte an. Das ist der zweite kräftige Anstieg in Folge und der US-Index liegt damit wieder auf dem Niveau vom Herbst 2010. Vor allem die Lagewerte erholten sich kräftig und reagierten damit auf die zuletzt besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsdaten der USA.

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Erwartungswerte verharren im Negativen

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