Sentix Marktradar
„Die Jubelstimmung ist gefährlich“

Dax nahe 8.000 Punkten - das bringt viele Anleger zum Jubeln. Doch die kurzfristig gute Stimmung passt nicht zu den mittelfristigen Erwartungen der Investoren. Experten rechnen mit einer Konsolidierung am Aktienmarkt.
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DüsseldorfSo gut wie in diesen Tagen war die Stimmung der Anleger lange nicht mehr. Der Sprung über die 8.000-Punkte-Marke hielt für den Deutschen Aktienindex zwar nicht lange an. Doch die Anleger sind sich trotzdem sicher, dass das Allzeithoch von 8.151 Punkten bald geknackt wird. Dieser Optimismus kann jedoch gefährlich werden. „Wenn die Anleger bei ihren kurzfristigen Erwartungen sehr optimistisch, aber auf mittlere Sicht skeptisch sind, ergibt das eine ungute Mischung“, sagt Manfred Hübner, Geschäftsführer von Sentix.

Ähnlich groß sei der kurzfristige Optimismus zuletzt im vergangenen Dezember gewesen, so Hübner. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

„Die Anleger sind berauscht, doch sie beginnen auch, den Markt als zu teuer anzusehen“, sagt der Marktexperte. Aus psychologischer Sicht könne dieser mittelfristige Pessimismus mit dem sogenannten Anker-Effekt begründet werden.

„Der Dax-Stand von 8.000 Punkten ist in den Köpfen bislang als ‚oben‘ verankert“, sagt Hübner. „Alles darüber hat man noch nicht gesehen und es fällt schwer, sich das vorzustellen.“ Die Anleger jubeln also über die aktuellen Kurse, zweifeln aber daran, dass der Dax über 8.000 Punkten noch Potenzial hat.

Fraglich ist allerdings, ob sich der mittelfristige Pessimismus tatsächlich nur mit diesem psychologischen Phänomen begründen lässt. Die schlechtere Stimmung setzte just nach der Italienwahl ein. Deshalb könnten auch ökonomische und politische Ereignisse eine Rolle spielen.

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„Bald dürfte eine Konsolidierung einsetzen“

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  • Der DaX is tein Preformance-Index, in den die ausgeschütteten Dividenden eingerechnet werden, wodurch der DAX nach oben getrieben wird.
    Der DAX muss deshalb jedes Jahr steigen, wenn er es nicht tut, werden die Aktien jedes Jahr billiger.
    Offenbar haben nur wenige, die über Aktien schreiben, diesen Zusammenhang verstanden.

  • @ JointTheClub

    Schauen Sie sich mal die Aussichten in 2000 und heute an.

    In 2000:

    - Dot-Com Euphorie
    - Globalisierung

    In 2013:

    - Welt-Finanzkrise
    - Womöglich sogar Staatspleiten


    An der Börse ist aber alles möglich. Deswegen ist es möglich, dass man gemäß der Elliot-Wave Theorie jetzt sich in der 2-ten großen Welle befindet, die sogar bis 11'800 Punkte im DAX gehen kann.

    Kann aber auch sein, dass die Börsen wegen der Stabilisierung der Weltwirtschaft deutlich abgeben, weil die Investoren dann erwarten, dass die nötige Liquidität durch die Zentralbanken den Finanzmärkten entzogen wird.

    Vor allem letzteres müssen Investoren bedenken. Denn derzeit ist in den Finanzmärkten extrem viel Liquidität durch die Zentralbanken. Wer sich dessen nicht bewusst ist, der wird sich eine blutige Nase abholen, sobald die Märkte steigende Zinsen (d.h. Inflation) erwarten.


    Alles in einem ist die Börse nicht meinungsmanipuliert.
    Das Problem sind die Zentralbanken. Sie könnten in den nächsten 10 Jahren aus den Finanzmärkten mehrere Billionen Euro bzw. US-Dollar rauspumpen.

    Deswegen sind die Investoren "übervorsichtig". Wobei in der Tat der DAX derzeit günstig bewertet ist. Das wird aber dann egal sein, wenn die Zentralbanken ihr Geld "abziehen".

  • Ein bisschen Wasser in den Wein will ich schon geben. Auch im Jahr 2000 wurde der Index schon in Euro berechnet.
    Die Kernaussage ist aber richtig. Man muss den Kursindex vergleichen, nicht den DAX Performance, denn da sind die Dividenden alle mit drin! Es sind somit noch ca. 50 % Luft nach oben bis zum bisherigen Hoch aus dem März 2000!
    Ich verestehe auch nicht, wieso das die Börsenprofis nicht sehen wollen und auch renomierte Seiten und Dienste das ignorieren. Jeder der qualifiziert informieren will sollte das berücksichtigen! Handelsblatt, wo stehst denn du mit deinem Qualifikationsprofil?

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