Sentix Marktradar
Die Schwäne fliegen tief

Die Skepsis der Anleger an den Aktienmärkten bleibt groß. Defensivwerte sind gefragt, Finanztitel werden verkauft. Einige zyklische Aktien stemmen sich allerdings gegen den Trend.
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FrankfurtNach den Entwicklungen im Anleger-Sentiment der letzten Wochen war die Spannung vor den neuesten sentix-Daten groß: Tut sich etwas in den mittelfristigen Anlegererwartungen? Diese Frage war deshalb so brisant, da seit Februar die mittelfristigen Anlegererwartungen fielen und insbesondere die Kontinuität  beeindruckte. Die damit verbundene latente Bereitschaft, die erzielten Gewinne zu versilbern, lastete schwer auf den Märkten, zumal die Dividenden-Saison den Zenit überschritten hat. Die neuerliche Antwort vom Wochenende lautet: Das mittelfristige Sentiment stellt sich in dieser Woche kaum verändert dar und damit bleiben die Vorzeichen negativ.

Das zunehmende mittelfristige Unwohlsein trifft nun auf eine neue Eskalationsstufe in der Solvenzkrise: Die Spanier beginnen zu wackeln. Dies lässt sich im Spread zu Bundesanleihen sowie im absoluten Renditechart 10-jähriger spanischer Staatsanleihen ablesen. Damit besteht die Gefahr, dass der Markt die Rettungsfreude der europäischen Staatengemeinschaft ernsthaft testen will!

Der spanische Markt könnte daher zum Lackmusstest für die Aktien in Euroland werden. Im Ibex muss die 10.000er Marke halten, bei den spanischen 10-Jahres-Renditen die Marke von 5,5 Prozent. Doch wie gehen die Anleger mit dieser Thematik um? Auf der Branchenebene haben die Anleger ihre Antwort gefunden: „Finanzbranche kontra Defensivtitel“ heißt hier die Devise. Die Pharma- und Nahrungsmittelbranche wird gesucht, Finanzwerte stehen im Abseits.

Dass von der Defensivpräferenz der Anleger die Versorgertitel nicht profitieren können, liegt an der geführten Atomdebatte nach dem Unglück in Fukushima. Bemerkenswert ist noch eine weitere Tendenz: Zyklische Branchen wie Chemie und Industrie bleiben trotz der ausgebildeten Konjunktursorgen Börsenlieblinge. Ob das lange gut geht?

Abschließend ist festzustellen, dass Angst auf der Branchenebene bereits präsent ist, auf Gesamtmarktebene aber noch fehlt! Dies könnte sich aber in den nächsten Tagen ändern. Bis dahin ist aus unserer Sicht „Asymmetrie“ in den Portfolios (Absicherungsstrategien über Optionen) Pflicht, denn schwarze Schwäne fliegen zur Zeit tief!

 

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