Sentix-Marktradar
„Die Stimmung am Markt kocht über“

Der Dax steigt, die Stimmung auch. Das ist kein gutes Zeichen. Die Zeit für schnelle Gewinne ist (vorerst) vorbei, meinen die Experten des Analysehauses Sentix.
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Die Stimmung am Aktienmarkt ist gut, gefährlich gut. Noch nie in diesem Jahr waren die Anleger so guter Laune wie in diesen Tagen. Das zeigt der aktuelle Sentix Markradar. „Die Stimmung an den Aktienmärkten kocht förmlich über“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so ein Stimmungsbild von der Börse.

Der Dax hat am Montag ein neues Jahreshoch bei 7.488 Punkten erreicht, nachdem er schon in den Tagen zuvor stetig geklettert war. Seit Mitte November hat der Index mehr als 400 Punkte gewonnen. Zugleich fielen Frühindikatoren, die die künftige Konjunktur anzeigen, erfreulich aus, so etwa der Ifo-Index. Und zu guter Letzt wächst auch die Hoffnung auf eine Einigung der Politiker im US-Haushaltsstreit (Fiscal Cliff). All das hat den Anlegern nicht nur Mut, sondern geradezu sorglos gemacht.

Und wie immer, wenn die Stimmung zu gut ist, drohen Rückschläge. Zumindest ist die Zeit für schnelle Kursgewinne vorbei. Das sogenannte Sentiment, also die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat, spiegelt Emotionen der Anleger wider. Negative Extreme haben in der Regel eine unmittelbare Kursverbesserung zur Folge. Umgekehrt kann hoher Optimismus ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein.

„Kurzfristig ist die Stimmung zu gut“, warnt Hussy von Sentix. Er geht davon aus, dass der Dax in den kommenden zwei, drei Wochen nicht weiter zulegen wird. Eine größere Korrektur sei aber auch nicht zu erwarten, der Dax werde sich zwischen 7.300 und 7.500 Punkten bewegen.

Danach sind nach Ansicht des Experten auch wieder Kursgewinne drin. Denn die Sentix-Daten zeigen zweierlei: auf kurze Sicht übermäßig gute Stimmung, mittelfristig eine stabile Kaufbereitschaft. Hussy: „Die Daten zum Anlegerverhalten muss man in diesen Tagen sehr differenziert betrachten, den über eine einzelne Wertung würde man in unterschiedliche Richtungen geschickt werden. Während das Sentiment eine klare Überhitzung anzeigt, führt die mittelfristige Grundüberzeugung der Anleger eher zum Schluss, dass weitere Anschlusskäufe folgen sollten.“ Wenn sich die Lage wieder beruhigt habe, etwa in den letzten Tagen des alten Jahres, oder in den ersten des neuen, könne der Dax erneut durchstarten.

Fazit: Kurzfristig ist Vorsicht angesagt, mittel- und langfristig steigen die Kurse. Statt einer Jahresendrally könnte es eine Jahresauftaktrally geben.

Die Sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter: www.sentix.de

 

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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