Sentix Marktradar
Die Zweifel werden größer

Die Sorgen sind zurück an den Börsen, die Stimmung der Anleger hat einen ziemlichen Dämpfer bekommen. Für die Experten von Sentix ein gutes Zeichen. Geht es nach ihnen, dürfte die Stimmung gerne noch schlechter sein.
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FrankfurtLange Gesichter an der Börse – die Stimmung der Anleger ist geradezu abgestürzt. Auf Sicht von einem Monat trauen sie den Märkten nicht mehr viel zu. Schlimmer noch: Die Sorgen sind zurück, Sorgen vor einem empfindlichen Rücksetzer. Das zeigen die Daten des Marktradars, den das Analysehaus Sentix wöchentlich für Handelsblatt Online erstellt. Beunruhigend ist die aktuelle Entwicklung deswegen aber nicht.

Im Gegenteil: „Uns gefällt das eigentlich ziemlich gut“, sagt Manfred Hübner. „Denn obwohl die kurzfristige Stimmung einen ziemlichen Dämpfer bekommen hat, verbessern sich die mittelfristigen Erwartungen der Anleger weiter.“ Das sei, so der Experte, eine günstige Konstellation im Sentiment, wie die Stimmungslage an den Märkten im Börsendeutsch genannt wird.

„Die kurzfristige Stimmung dürfte sogar ruhig noch ein bisschen schlechter werden, denn sie ist ein Kontraindikator“, sagt Hübner.  Angst und Panik deuten also auf eine Kursverbesserung hin – und dazu passen die mittelfristigen Markterwartungen, auch strategischer Bias genannt.

Mit den Ankündigungen der EZB, unbegrenzt Anleihen zu kaufen und den Euro um jeden Preis zu retten, sowie dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm ESM hat „eine neue Phase“ begonnen. „Es ist völlig normal, dass in einer solchen neuen Marktphase Zweifel aufkommen, alte Ängste und Sorgen noch einmal zurückkehren“, so Hübner. Deshalb rechnet er auch mit einer anhaltenden Konsolidierung in den kommenden beiden Wochen, bevor es weiter aufwärts geht.

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Die Zweifel werden größer

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Neue Ängste wären eher problematisch

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  • Was für Draghi Geld ?
    Die EZB kauft u.U. Staatsanleihen und dass auch nur, sofern das jeweilige Land unter den ESM geschlüpft ist.
    Davon kommt kein Cent bei Fondsgesellschaften, Banken etc. uns somit am Akienmarkt an. Für die Anleger in Staatsanleihen sinkt vorübergehend das Ausfallrisiko und somit die Risikovorsorge. Frei werdendes EK, welches als Risikounterlegung für Staatsanleihen genutzt wurde, kann nun für andere Risikoaktiva genutzt werden. Das wäre der Einzige Effekt auf den Aktienmarkt.

  • "Lange Gesichter an der Börse – die Stimmung der Anleger ist geradezu abgestürzt. Auf Sicht von einem Monat trauen sie den Märkten nicht mehr viel zu. Schlimmer noch: Die Sorgen sind zurück..."


    Soll das ein Witz sein? Gerade heute ist der Dax um 1,5% gestiegen. ICh erkenne nicht, dass die Angst der Anleger zurück ist. Das Draghi-Geld muss irgendwo hin - auch in Aktien.

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