Sentix Marktradar
Ende der Börsenrally in Sicht

Die fulminante Rally an den Börsen könnte erst einmal vorbei sein. Selbst die neue Geldschwemme der EZB dürfte diesmal die Kurse nicht beflügeln, prognostiziert das Sentix-Marktradar.
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Die stürmische Aufwärtsbewegung an den europäischen Aktienmärkten dürfte vor einer Pause stehen. Mehr als 16 Prozent konnten deutsche Aktien seit Jahresstart an Wert gewinnen und selbst der europäische Blue Chip-Index immerhin schon fast neun Prozent zulegen. Damit war der Jahresauftakt 2012 einer der besseren Sorte. Doch für die nächsten Wochen kündigt sich eine Konsolidierungs- beziehungsweise. Korrekturtendenz an.

Und dies obwohl das wichtige mittelfristige Sentix-Anlegervertrauen auch in der abgelaufenen Woche weiter gestiegen ist. Eine positive Tendenz in diesem Indikator stellt prinzipiell eine wichtige Marktstütze dar. Doch die seit Jahresstart stetig verbesserte Wertwahrnehmung zur Anlageklasse Aktien hat sich inzwischen in einem veränderten Anlageverhalten niedergeschlagen.

So messen wir in den Sentix-Aktieninvestitionsgraden die höchsten Werte seit Frühjahr 2011. Die Korrektur aus dem Sommer des letzten Jahres ist damit zwar noch nicht in den Preisen, wohl aber in den Aktienquoten der Anleger ausgeglichen. Zu dem von uns bereits vor zwei Wochen diagnostizierten, riskanteren Anlageverhalten gesellt sich mit erhöhten Investitionsgraden nun auch ein erhöhtes Bestandsrisiko.

Nach einem Anlass für eine solche Korrekturphase muss man nicht lange suchen. Den ersten Grund finden wir alle täglich an den Zapfsäulen. Ein schnell und stark steigender Ölpreis war selten ein Pro-Argument für die Aktienmärkte. Zudem tritt die Euro-Schuldenkrise in eine entscheidende Phase ein. Vordergründig geht es in Griechenland „nur“ um die Abwicklung eines freiwilligen Umtauschangebotes. Tatsächlich besteht aber unverändert die Gefahr einer „plötzlichen“ Staatspleite mit zumindest vielen Fragezeichen über die weitere Zukunft des Euros.

Als Pro-Argument verweisen Marktbeobachter gerne auf den zweiten Dreijahrestender der EZB, der am Mittwoch zugeteilt wird. Doch selbst dieser taugt dieser Tage bestenfalls als Startsignal für Gewinnmitnahmen, da die meisten Investments, die auf diese Liquidität vertrauen, wohl schon getätigt wurden. Zudem dürfte die EZB ankündigen, dass es vorerst keine weitere Wiederholung geben wird. „Sell the facts“ könnte damit zur Parole des Tages werden.

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  • Seit Wochen wird hier und in der FTD , und jetzt verstärkt, über den baldigen Einbruch des DAX gesprochen. Die Berichterstattung war zum Jahreswechsel auch schon so grausig, woraufhin der Dax richtig kletterte und all die Bären in der Bärenfalle zurückließ. Nun wünschen sich viele Bären, der Dax möchte doch noch einmal richtig tief zurückkommen und sie mitnehmen. Meiner Meinung wird nichts daraus. Die Weltwirtschaft läuft ordentlich, die PIGS sind gebändigt und können ohnehin die Weltwirtschaft nicht beeinflussen, die EZB gibt nochmals Liquidität in den Markt, Anfang März wird die Fiskalunion beschlossen. Gute Chancen für die Bären den Anschluss ein zweites Mal zu verpassen, wenn der Dax nun deutlich über 7000 springt. Die Rahmenbedingungen geben das locker her.

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