Sentix Marktradar
Endlich Angst!

An der Börse herrscht nackte Angst. Das zeigt das Stimmungsbarometer des Datenanbieters Sentix. Die Stimmung unter den Anlegern ist sogar noch schlechter als im Frühjahr 2009. Ein gutes Zeichen!
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Zu einem guten Markttief gehört eine gehörige Portion Angst. Diese antizyklische Kaufregel haben schon viele Börsenaltmeister als Ratschlag für die nächsten Anlegergenerationen definiert. Das Besondere war, dass wir in unseren Daten – entgegen vieler Vermutungen in so manchen Börsenkommentaren  - während der kompletten Abwärtsbewegung der Aktienmärkte keine „Angst“ messen konnten. Kein Wunder also, dass die Kurse immer weiter nachgaben. Jetzt sieht es aber anders aus: Das wichtige Puzzlestück in Form eines negativen Stimmungsextrems liegt in den neuesten Daten nun vor, eine zumindest temporäre Bodenbildung ist möglich. Das Stimmungsbarometer für den deutschen Aktienmarkt notiert sogar niedriger als am Aktienmarkttief im Februar/März 2009!

Parallel zur gemessenen Emotion zeigt sich auch eine kleine Verbesserung der Zuversicht im Investorenlager, wenn die Anleger mittelfristig in die Zukunft blicken. Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Aktien steigt nach einer mehrwöchigen Abwärtsbewegung leicht an, doch mehr als ein zartes Pflänzchen Hoffnung ist diese Veränderung noch nicht. Denn auf den Anleger warten kurzfristig noch einige Belastungsproben.

Die sentix Konjunkturindizes sind als „first mover“ für Euroland bekannt und hatten bereits zum Monatsanfang eine deutliche Verschlechterung der Erwartungswerte für die globale Konjunktur angezeigt. In den nächsten Tagen stehen mit ifo & Co weitere Indikatoren an, welche den Markt nochmals stressen könnten. Die Öffentlichkeit wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von stärkeren Rückschlägen bei den Frühindikatoren überrascht werden. Einen ersten Vorgeschmack erleben wir am heutigen Dienstag mit den sehr schwachen ZEW-Zahlen. Doch hieraus erwächst auch eine Chance: Kenner der sentix-Ergebnisse sollten im Zuge dieser wohl schlechten Nachrichten durchaus damit rechnen, dass die Aktienmärkte bereits einen Schritt weiter sind und die Kurse nicht weiter fallen. Vielleicht gilt jetzt das Motto „buy on bad news“.

Eine Erholungsrally könnte vor allem im bankenlastigen Euro Stoxx vonstatten gehen. Das Branchensentiment von Bankaktien ist auch im August als desaströs zu bezeichnen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Anleger kaum noch Bestände in den Finanztiteln halten und sehr schnell zum Rückkauf gezwungen würden, sobald sich der Sektor deutlicher erholt. Von Jubelschreien und der Hoffnung auf ein finales Ende der Aktien-Abwärtsbewegung sind wir aus unserer Analysedisziplin zwar noch Meilen entfernt, aber die Vorgaben stehen nicht schlecht, dass uns zumindest die kommenden Handelstage etwas Entlastung in Richtung 6.000 im Dax bescheren.

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Endlich Angst!"

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  • never catch a falling knife

    Erst wenn das blanke Entsetzen zugeschlagen hat
    erst dann ist die Angst aus dem Markt

    Angst aber heißt
    es gibt immer noch viele, die viel zu verlieren haben.
    Erst wenn auch diese Zitterhände alles verloren haben, dann wenn eh alles am Boden liegt und alle ohne Hoffnung sind, erst dann steigen die Kurse.

    Mit anderen Worten
    es wird weiter crashen

    Dieser Artikel war nur, um dumme Käufer zu finden

  • Viele, die in Krisenzeiten den Verstand einschalten, statt hysterisch kreischend mit der Herde in den Abgrund zu springen.

  • "... Dies könnte darauf hindeuten, dass die Anleger kaum noch Bestände in den Finanztiteln halten ..."

    Da stellt sich die Frage, wer besitzt denn die Aktien zur Zeit?

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