Sentix Marktradar
Es braut sich etwas zusammen

Beeindruckende 400 Punkte hat der Dax binnen weniger Tage zugelegt, doch die Stimmung der Anleger wird immer schlechter. Aber genau das macht Hoffnung auf nachhaltig steigende Kurse.
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DüsseldorfEin sattes Kursplus haben die deutschen Standardwerte in den vergangenen Tagen eingefahren. Vor allem die klaren Worte von Mario Draghi ließen die Notierungen in die Höhe schießen. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte angekündigt, dass die EZB während seiner Amtszeit alles Erforderliche tun werde, um den Euro zu erhalten. Die Börsen goutierten das mit einer kleinen Rally. Doch die Stimmung der Anleger bleibt schlecht, sie ist im Vergleich zur Vorwoche sogar noch schlechter geworden. „Das ist erstaunlich“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich 3.500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

Die technischen Kaufsignale werden scheinbar ignoriert. Auch Kursgewinne im Depot sorgen nicht für gute Laune. Genau das Gegenteil ist der Fall. „Draghi hat deutliche Worte gefunden, der Markt hat ein deutliches Zeichen gesetzt, doch das ist bei den Anlegern nicht angekommen“, analysiert Hussy. Die mittelfristigen Erwartungen der Investoren sind weiter gefallen. Kein gutes Zeichen, denn sie sind in der Regel ein Indikator für die Kursentwicklung in den kommenden Wochen.

Da hilft es auch nichts, dass die kurzfristige Stimmung ganz leicht angestiegen ist. Denn damit spiegelt sie keinesfalls die jüngste Entwicklung an den Märkten wieder. Der Sentix-Experte findet deutliche Worte: „Das ist abermals eine Ohrfeige für die Politik und vor allem für die Notenbanken.“ Allen Hilfsmaßnahmen und Ankündigungen zum Trotz glauben die Anleger nicht an eine nachhaltige Lösung der europäischen Schuldenkrise.

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Nicht ganz ungefährlich

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Es braut sich etwas zusammen "

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  • Sehr richtig bemerkt. Die steigenden Aktienkurse kann man auch einfach als das sehen, was sie sind: Inflation.
    -Die Fantastilliarden der Notenpressen an fiat-Geld sind nun mal zuerst für die Spekulantenrettung gemacht, fliessen also daher auch zuerst in die Finanzwirtschaft und dort natürlich auch in die Aktien.
    Bis die Papiergeldflut dann via Nullzins-Politik auch in der Realwirtschaft Inflation erzeugt, dauert in der Regel 1..2 Jahre Zeitverzug.

  • @William
    Mit aus der Seele gesprochen.
    Noch ein Beispiel für Dirigismus und Lenkung der Märkte:
    Der Euro steigt bei der Ankündigung, dass er in unbeschränkter Menge gedruckt werden soll.
    Er müsste folglich auf der Stelle fallen.
    Logisch wäre bestenfalls, dass der Goldpreis durch die Decke geht - aber, der wird ja wiederum auch gedeckelt.

  • Wir werden nicht nur von Irren regiert, sondern auch von den Medien vergaukelt. Wer gluabt denn diesen Mist der da steht. Liebes HB Team und die Herren von Sentix....habt Ihr immer noch nicht gemrkt, dass es nichts bringt über die Märkte zu berichten, denn diese existieren seit 2 Jahren nicht mehr!!! Das hat weder etwas mit Kapitalismus noch mit freier Marktwirtschaft zu tun, was wir seit Jahren erleben. Es ist ein zentral geplantes System und hat absolut nichts mehr mit Makroökonomie oder Angebot und Nachfrage zu tun. Schaut Euch doch die riesen Verarsche an den Märkten an... Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien, Zypern, Japan, GB und USA sind pleite....aber die Märkte marschieren wieder stramm nach oben (DAX 7.000 Punkte, soll ich lachen). Letzte Woche haben wir eine Paradebeispiel der paradoxen Märkte erlebt.....die USA haben einen schrecklichen Konjunkturbericht vorgelegt (höchste Arbeitslosenzahlen, Rekorde bei Lebensmittelmarken, Rezession, etc.). Was machen die Märkte daraus?? Ein dickes Plus von ca. 2 % (und das auf absolut überbewerteten hohen Niveaus) mit der Begründung, dass die FED nun endlich wieder Gelddrucken darf (Erwartung von Konjunkturpaketen). Die letzten Male haben diese Pakete auch nichts gebracht, aber die Märkte denken anscheinend, dass alles wieder ok wird!! Die Politik gibt vor gegen die Spekulanten zu kämpfen, fördern aber seit Jahren mit falschen Aussagen, Insiderinfos und billigem Geld die Spekulation. Denkt Ihr wirklich, dass diese Kursanstiege nachhaltig sein?! Nein!!! Hier wird nur das billige Geld von den banken für kurzfristige Arbitragegewinne eingesetzt. Es ist alles nur noch ein trauriges Theaterspiel, aber von freien Märkten kann und darf nicht die Rede sein. Verstehe auch garnicht was SENTIX mit Ihrem Index wollen. Die befragen Investoren, welche überhaupt nicht mehr im Markt sind!!

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