Sentix Marktradar
Gold ist nichts für schwache Nerven

Gold gehörte in diesem Jahr nicht gerade zu den erfolgreichsten Anlageklassen. Zuletzt ging es auch eher abwärts mit dem Preis für das Edelmetall. Die Zweifel der Anleger wachsen und wachsen.
  • 36

DüsseldorfVon wegen sicherer Hafen – im Jahr 2012 mussten Gold-Anleger starke Nerven haben. Nach dem steilen Anstieg  auf mehr als 1.750 US-Dollar zu Jahresbeginn, als der Goldpreis binnen weniger Wochen mehr als 200 Dollar zulegte, folgte eine empfindliche Rutschpartie. Im Spätsommer setzte das Edelmetall zur nächsten Kursrally an und notierte zeitweise bei fast 1.800 Dollar. Mittlerweile ist der Goldpreis wieder auf rund 1.700 Dollar zurückgekommen.

Seit Anfang des Jahres hat die Notierung zwar immer noch fast sechs Prozent zugelegt. Aktien und Anleihen haben sich allerdings deutlich besser entwickelt. Allein der Deutsche Aktienindex (Dax) kommt auf ein Plus von 25 Prozent. Während der Dax in den vergangenen Tagen neue Jahreshochs erklommen hat, gab der Goldpreis weiter nach. 

Kein Wunder, dass die Stimmung der Anleger mit Blick auf das Edelmetall schlechter wird. „Wir befinden uns in einer längeren, hartnäckigen Konsolidierung und das nagt an den Nerven“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.800 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Im Sommer war die mittelfristige Stimmung für Gold extrem positiv, doch seit einigen Wochen wachsen die Zweifel.  Der sogenannte strategische Bias fällt. Dieser Wert zeigt die Grundüberzeugung der Anleger und ihre strategische Ausrichtung.

Noch schneller als die mittelfristigen Erwartungen kippt allerdings die kurzfristige Stimmung.  Dieser auch Sentiment genannte Wert gibt Aufschluss über die kurzfristige Marktmeinung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, negative Extreme sind in der Regel ein Hinweis auf eine Kurserholung. „Noch ist die kurzfristige Stimmung aber nicht schlecht genug, es fehlt ein wenig Angst“, analysiert Hübner.  „Ein Test der Marke von 1.680 Dollar könnte diese Angst auslösen.“ Aktuell notiert der Goldpreis nur noch knapp über dieser Marke.

Seite 1:

Gold ist nichts für schwache Nerven

Seite 2:

Aktien sind derzeit aussichtsreicher

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Gold ist nichts für schwache Nerven"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Zuletzt ging es auch eher abwärts mit dem Preis für das Edelmetall."
    Das sind die selben Verlaufskurven wie 2011. Im umsatzschwachen Feiertagsumfeld werden zum Jahresende noch mal massiv die Preise gedrückt, damit man sagen kann:
    "Gold gehörte in diesem Jahr nicht gerade zu den erfolgreichsten Anlageklassen."
    Warten wir mal auf Mitte Januar...

  • Wenn Zentralbanken per Terminverkäufe
    (Stichwort: Gold Lease Rates)
    Goldansprüche massiv verkaufen und damit die Preise drücken,
    um dann Kassa physisch(!) zu kaufen, was sie bekommen können,
    dann ist höchste Zeit, um selbst zu kaufen, physisch natürlich!

  • Wenn Zentralbanken per Terminverkäufe
    (Stichwort: Gold Lease Rates)
    Goldansprüche massiv verkaufen und damit die Preise drücken,
    um dann Kassa physisch(!) zu kaufen, was sie bekommen können,
    dann ist höchste Zeit, um selbst zu kaufen, physisch natürlich!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%