Sentix Marktradar
Heftige Turbulenzen erwartet

Droht ein empfindlicher Kursrücksetzer? Glaubt man den Experten des Analysehauses Sentix, dann stehen Börsianer ein paar hektische Handelstage bevor.  Ein Grund zur Sorge ist das aber nicht.
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DüsseldorfSeit Wochen pendelt der Dax zwischen 7.200 und 7.500 Punkten hin und her. Mal sieht es nach dem Ausbruch nach oben aus, dann folgt wieder ein empfindlicher Rücksetzer.  Vielen Anlegern dürfte das derzeit einiges an Kopfzerbrechen bereiten. „Grundsätzlich ist die Stimmung der Investoren zwar noch immer positiv, doch die Konsolidierung sorgt für steigende Irritationen“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

Hatten die Anleger noch vor wenigen Wochen nur gezweifelt, sind sie mittlerweile regelrecht verwirrt. Einerseits halte sich die Grundüberzeugung, dass die Maßnahmen der Notenbanken positiv für die Aktienmärkte seien. Schließlich versorgen die Währungshüter die Märkte großzügig mit Liquidität und auch die Inflationssorgen nehmen ab.

Anderseits sorgen die zuletzt schwachen Konjunkturdaten, die Korrektur der Technologieaktien und natürlich die Fragezeichen in Sachen Euro-Krise für Irritationen. „Zweifel sind an der Börse meist positiv zu werten, Irritationen nur bedingt“, analysiert Sentix-Experte Hübner. „Denn Irritationen sind ein Vorbote für künftige Volatilität.“ Es könnte also noch mal ungemütlich werden an den Märkten.

Abzulesen ist das an den Neutralitätswerten, die in der aktuellen Umfrage für fast alle Anlageklassen wieder gestiegen sind.  „Wir sollten deshalb in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Schwankungsbreite an den Märkten rechnen, die die relative Ruhe der vergangenen Wochen ablösen dürfte“, so Hübner. Mit massiven Abstürzen rechnet er aber nicht, denn „Volatilität ist prinzipiell richtungslos“.

Trotzdem könnte es – zumindest für ein paar Tage – turbulent werden. Der Grund: Viele Anleger haben der Konsolidierung in den vergangenen Wochen relativ tatenlos zugesehen, wie die Sentix-Daten zeigen. Allen Zweifeln und Irritationen zum Trotz haben sie ihre Portfolios nicht angepasst. „Normalerweise nehmen Investoren in einer Konsolidierung Gewinne mit, das ist dieses Mal nicht geschehen, noch nicht“, so Hübner. „Und deshalb könnte die Endphase der Konsolidierung ungemütlicher werden als zuletzt gedacht.“ Das sei aber kein Anlass zur Sorge, sondern ein relativ normaler Prozess.

Grundsätzlich sieht die Lage nämlich gar nicht so düster aus. „Die Volatilität mag zwar zu einer schärferen, kurzfristigen Korrektur führen“, sagt der Experte. Das Gesamtszenario sei damit aber keinesfalls in Frage gestellt. „Das Grundvertrauen der Anleger in die Märkte, dass seit Sommer kontinuierlich angestiegen ist, ist nach wie vor hoch.“ Dieser sogenannte strategische Bias zeigt die mittelfristigen Markterwartungen der Investoren und signalisiert die grundsätzliche Kauf- und Verkaufsbereitschaft. In der Regel läuft der Indikator dem Gesamtmarkt oft mehrere Wochen voraus.

 

Die Sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter:  http://www.sentix.de

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

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