Sentix Marktradar

Ist die Gold-Geschichte vorbei?

Jahrelang stürmte der Goldpreis von einem Rekordhoch zum nächsten. Doch seit einigen Monaten ist die Party vorbei, die Notierung rutscht immer weiter ab. Experten glauben, dass es noch schlimmer kommen könnte.
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Der Goldpreis hat von Januar bis Mai bereits 17 Prozent verloren. Quelle: dpa

Der Goldpreis hat von Januar bis Mai bereits 17 Prozent verloren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWie in einem Goldrausch fühlten sich viele Anleger in den vergangenen Jahren. Der Preis für das gelbe Edelmetall kannte nur eine Richtung. Aufwärts. Doch damit ist Schluss. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres ist der Goldpreis um 17 Prozent abgestürzt und notiert mittlerweile fast 30 Prozent unter dem Rekordhoch von 1.921,15 Dollar aus dem September 2011.

Auch wenn Gold sich von seinem Tief bei 1.322 Dollar etwas erholt hat, ist keine echte Erholung in Sicht. „An der negativen Haltung der Anleger hat sich nichts geändert“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 private und institutionelle Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börse. „Das Grundvertrauen der Investoren in Gold ist nach wie vor mau und auch die kurzfristigen Markterwartungen nähern sich der Nulllinie an“, so Hübner. 

Der Goldpreis hatte in den vergangenen Jahren vor allem von der Angst vieler Anleger vor einer davon galoppierenden Inflation angesichts der massiven Geldflut weltweit profitiert.  Doch seit sich die Wirtschaft in den USA erholt und eine baldige Drosselung der Geldschwemme wahrscheinlicher wird, ist die Notierung auf Talfahrt. Allein im Mai hatte der Goldpreis um mehr als sechs Prozent nachgegeben.

Immer wieder heißt es, vor allem starke Mittelabflüsse aus den großen Geld-ETFs würden den Preis belasten, die Nachfrage nach Münzen sei aber noch immer groß. „Diese Trennung ist natürlich Unsinn, es gibt nur einen Preis für Gold und der fällt“, meint Sentix-Experte Hübner. „Würden die Leute wirklich bei den Edelmetallhändlern Schlage stehen, dann würden wir das beim Preis und auch in unseren Daten sehen.“

Keine Schnäppchenjäger in Sicht
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33 Kommentare zu "Sentix Marktradar: Ist die Gold-Geschichte vorbei?"

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  • Immer wieder lustig zu sehen, wie viele Leute immer noch an den intrinsischen Wert von Gold glauben... . Gold hat wie jedes Gut nur den Wert, dem man ihm zuschreibt oder bereits ist zu zahlen. Der Wert von Gold hängt im wahrsten Sinne des Wortes von seiner Wertschätzung ab. Der einzige Weg wie Gold eine Alternative zu "normalem" Geld sein kann, ist wenn jeder Gold als Geld akzeptiert (siehe dazu Zigaretten als Ersatzwährung nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland), sonst bleibt es nur ein nicht tauschbares Gut. Ergo ist Gold nur deswegen ein Inflationsschutz, weil viele Menschen daran glauben und viele Menschen immer noch Quantität mit Wert(schätzung) gleichsetzen. Beim Gold lautet die Gleichung entsprechend, Seltenheit = hoher Wert. Nur leider ist auch diese Beziehung nicht zwingend logisch. Quantität und Wert(schätzung) sind unabhängige Begriffe. Ergo gibt es per se keinen Zusammenhang zwischen ihnen, es sei denn man fügt noch weitere Annahmen hinzu.

    Lange Rede, kurzer Sinn.
    Gold wird überbewertet, lebt nur von Erwartungen und Traditionen und wird immer noch falsch verstanden.

    Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu viel Küchenphilosophie... ;-)

  • Was zum Reiben:

    http://www.sentix.de/index.php/Blog-News-Public/die-nerven-liegen-blank.html

  • Komisch nur, dass Taler, Heller und Pfennig, als auch D Mark von Gold überlebt wurde; so auch der Euro! Die Steuer-ID-Nummer walzt jeglichen, nachvollziehbaren Privatbesitz platt. Physisches Gold bleibt Herrn Schäuble vorbehalten. Die Euro-Zypern-Bankenkrise hat es nachhaltig bewiesen, was auf den Rest Europas in absehbarer Zeit zukommt! Rette sich wer kann - es gibt keine besseren Wertspeicher, als Gold, Silber und BRILLANTEN - in feinster Konsistenz. Mögen die Kaffeesatzleser auch immer behaupten, was sie möchten!!

  • @Stimme: Gold ist nur deshalb zeitloses Zahlungsmittel, weil wir es dazu erklären. Und das eine Toga in Gold heute soviel kostet wie im alten Rom ist mir Wurscht. Mein Vermögen soll nicht in 2000 Jahren soviel wert sein wie heute, sondern in 2 Jahren. Auch 20 Jahre (neu begonnener Gold-Zyklus) ist indiskutabel.

    Ich muss auch niemandem etwas vererben; also fällt das für mich auch als Grund flach. Gold ist ein normales Investmentvehikel und deshalb wird es von "Big Money" auch so behandelt.

  • @Arthur

    Fiat-Geld und Gold haben vermutlich noch weitere Gemeinsamkeiten: Wie z.B.: beide können nicht fliegen und fallen zu Boden.

    Dennoch ist die gleiche Bewertung für Gold und Fiat-Geld absurd: Gold ist ein ZEITLOSES Zahlungsmittel. Muss auf die Lebensdauer der Fiat-Währungen noch näher eingegangen werden?

  • @champus: Da es ja kaum Aktionäre (direkt o. indirekt) in D gibt, erscheint mir der Teil Ihrer Argumentation unschlüssig.

    Zum vmtl. 1000 Male: Gold bringt keine Zinsen und man kann es nicht essen. Damit ein Brötchen zu kaufen ist auch unpraktikabel. Es hat auch nur den Wert, den wir ihm zumessen, genau wie Fiat-Geld.

  • @lensoes zitiert
    "Es gibt keine Wirtschafts-/Finanzkrise."

    Da fällt mir der Witz vom Breitmaulfrosch ein der zum hungrigen Storch sagt, "hier gibt es keine Breitmaulfrösche".

    Die Motive der etablierten Parteien und ihrer Helfer in den Systemmedien liegen vor uns wie ein offenes Buch. Es ist Wahljahr !

    Gold umgeschichtet in Wertpapiere befeuert die Aktienmärkte und den Konsum. Das alljährliche Sommerloch naht, daß ist aber auch gar nicht gut für die Stimmung bei den Wählern, wenn jetzt die Kurse wochenlang fallen!

    Regierung, EZB und Brüssel fragen sich: An welcher Schraube können wir drehen, um neues Geld locker zu machen, um den DAX wieder nach NORDEN zu schicken?

    Da bietet es sich an, eine "self-fulfilling-prophecy" zu evozieren (künstlich hervorzurufen), indem Gold heruntergeredet wird und durch die nachfolgenden Verkäufe neue Liqudität frei wird !

    Sollen doch einige Südstaaten ihre Goldreserven verkaufen, die haben doch so viel davon !

  • @lensoes zitiert
    "Es gibt keine Wirtschafts-/Finanzkrise."

    Da fällt mir der Witz vom Breitmaulfrosch ein der zum hungrigen Storch sagt, "hier gibt es keine Breitmaulfrösche".

    Die Motive der ethablierten Parteien und ihrer Helfer in den Systemmedien liegen vor uns wie ein offenes Buch. Es ist Wahljahr!

    Gold umgeschichtet in Wertpapiere befeuert die Aktienmärkte. Das slljährliche Sommerloch naht, daß ist aber auch gar nicht gut für die Stimmung bei den Wählern, wenn jetzt die Kurse wochenlang fallen!

    Regierung, EZB und Brüssel fragen sich: An welcher Schraube können wir drehen, um neues Geld locker zu machen um den DAX wieder nach NORDEN zu schicken?

    Da bietet es sich an, eine "self-fulfilling-prophecy" zu evozieren (künstlich hervorzurufen), indem Gold heruntergeredet wird und durch die nachfolgenden Verkäufe neue Liqudität frei wird !

    Sollen doch einige Südstaaten ihre Goldreserven verkaufen, die haben doch so viel davon !

  • Haben Sie eine Quelle zu der Aussage M3anstieg €> M3ansteig $? Die Charts, die ich gerade beobachte sagen eher das Gegenteil.

  • Er meint ja das Währungspaar. Ich wußte gar nicht, dass M3 des Euros stärker steigt als M3 des Dollars, sehr interessant! Evt. liegt es einfach am Leistungsbilanzdefizit der USA?

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