Sentix Marktradar
Sorglosigkeit kommt vor dem Fall

An den Finanzmärkten hat sich ein gefährliches Gemisch zusammengebraut. Noch haben das die Wenigsten begriffen. Aber die Lage erinnert sehr stark an das Jahr 2007 - bevor die Lehman-Pleite die Welt in die Krise stürzte.
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FrankfurtStill und leise steigen die Ausfallversicherungen für erstklassige Bankanleihen auf ein Niveau an, das in Zeiten der Lehman-Krise erklommen wurde. Auch Staaten wie Spanien geraten unter Druck.

Das wichtige Renditeniveau von 5,50 Prozent bei zehnjährigen spanischen Staatspapieren wurde in der vergangenen Woche nach oben durchbrochen, was einem klaren technischen Verkaufssignal gleichkommt. Ähnliche Konstellationen gab es vor Monaten in Staatspapieren von Griechenland, Irland oder auch Portugal. Was danach kam, wissen wir nun alle.

Die Erholungsbewegung am Ende der vergangenen Woche reduzierte das Ausmaß, der Schaden im Chart ist dennoch vorhanden. Der spanische Aktienmarkt versuchte im gleichen Atemzug ebenfalls zu retten, was zu retten war. Immerhin konnte der Ibex die 10.000er Marke zum Wochenschluss zurückerobern, über den Berg ist das Kursmuster deshalb noch lange nicht. Wie sind diese Signale letztlich einzustufen?

Nach wie vor wollen viele Strategen von einer deutlichen Konjunkturabkühlung nichts wissen. Die Optimisten stützen sich in den letzten Wochen auf die These, dass China die Weltwirtschaft zu retten vermag. Die gemeldete Industrieproduktion sorgte am vergangenen Montag für einen Jubelschrei und nährte diese Hoffnung.

Wir möchten ungeachtet dessen vor einer weiteren Eintrübung warnen, die sich in unseren Konjunkturindizes für Asien ex Japan andeutet: Im Gegensatz zu den sentix-Indikationen hat der PMI für China bislang noch kein neues Verlaufs-Tief etabliert, aber die Veröffentlichung der Daten für den Juni stehen ja erst noch an (Anfang Juli).

Auch der chinesische Aktienmarkt verstärkt mit seinem Preisverhalten unserer Skepsis. Ein Vergleich zwischen den A-Shares (Inlandsinvestoren) und den B-Shares (Auslandsinvestoren) zeigt zudem, wie stark die QE-Liquidität die In- und Auslandsindizes auseinander getrieben hat. Vorher gab es einen eklatanten Gleichlauf, die Abkopplung scheint nur auf den Liquiditätsimpuls zu beruhen, nicht auf harte Fakten.

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Sorglosigkeit kommt vor dem Fall

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Auf einem politischen Pulverfass

Kommentare zu " Sentix Marktradar: Sorglosigkeit kommt vor dem Fall"

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  • "Bankster einen Kopf kleiner", das hört sich gut an, das könnte eine Lösdung sein :-)

  • @aruba: „Schliesslich leben wir alle ;.... auch Sie, davon dass die Börse läuft“

    Die Börse hat schon lange nichts mehr mit ihrer ursprünglichen Idee, die Firmen mit Kapital zu versorgen, etwas gemein. Sie ist zum reinen Zockerparadies für Spekulanten und Kriminelle verkommen.
    Die big Player bestimmen, wo es lang geht, zu Lasten der vielen Kleinanlegen, die man auch benötigt, um sie abzuzocken.

    Jedes Pfund Sterling, das ein Börsianer erwirtschaftet, vernichtet gleichzeitig 7 Pfund Gemeinwesen. Die Börse ist so notwendig, wie ein Kropf. Die Grenzen des Betrugs werden hier sehr, sehr großzügig ausgelegt.

    Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Kein Schreibfehler, leider. Und jetzt sind die Bankster schon wieder pleite, schon wieder alles an den Börsen und im Eigenhandel verzockt.
    Parallel dazu werden zig Rettungspakete für die Bankster gespannt, alle getarnt als Liquiditätshilfen für bankrotte Staaten. Trotz dieser Betrügereien, wo ganz legal das Volk ausgeraubt wird, gibt es für die Bankster keine Rettung.

    +++ 18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken, 44% ihrer gesamten Vermögensanlagen +++
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken?from=gl.home_Wirtschaft

    Im Quartalsbericht der BIZ vom Juni 2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit auf ca.600 Billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

    Ohne einen Reset im Finanzsystem und einer Aufteilung in Geschäfts- und Zockerbanken wird es keinen Aufschwung in den westlichen Industriestaaten geben.
    Und glauben Sie mir, nach dem großen Crash werden einige Bankster um einen Kopf kleiner sein, so sicher wie das Amen in der Kirche!!

  • Ist die Grundursache unserer Probleme das verzinste Schuldpapiergeldsystem???


    "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."

    Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955


    Wer wissen will in was für einer manipulierten Scheinwelt wir leben, sollte folgende Videos sehen:


    http://video.google.com/videoplaydocid=6433985877267580603#


    www.youtube.com/watchv=fXIE_lUPyrU&playnext=1&list=PL334B536FF28194DC

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