Sentix Marktradar
Von der Schuldenkrise zur Währungskrise

Die anhaltende Talfahrt hinterlässt die meisten Anleger weiter ratlos. Das erhöht die Gefahr weiterer Rückschläge. Schlecht sind auch die Perspektiven für den Euro. Das Vertrauen in die Gemeinschatswährung ist gekippt.
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FrankfurtWährend der Dax erneut ein neues Jahrestief verzeichnen musste, bleiben die Anleger weiter relativ ratlos zurück. Es fehlt an akzeptablen und akzeptierten Erklärungsversuchen für die sehr ausgeprägte Kursschwäche – und das ist ein Problem. Denn so lange die Anleger keine Überzeugung zur Angemessenheit der Kursabschläge gewonnen haben, so lange sind sie auch nicht zur Akzeptanz bereit. Und fehlende Akzeptanz verhindert eine portfoliotechnische Anpassung.

Wir haben dies in unserer letzten Kolumne bereits ausgeführt. Die fehlende Akzeptanz der Anleger bedeutet, dass diese immer wieder in der Gefühlswelt zwischen Hoffnung und Depression hin und her schwanken und gerade nur so viel an Aktien verkaufen, wie ihnen aufgezwungen wird. Dabei zeigen die mittelfristigen Sentimentwerte schon seit Wochen an, dass die Investoren sehr wohl fundamentale Verschiebungen registrieren, die ihnen die Aktienanlage unattraktiv machen. Doch nun fallen die Kurse so schnell, dass es schwer fällt, die Verluste zu realisieren. So finden sich die Anleger in einem merkwürdigen Zustand wieder: eine Umfeld-Verschlechterung wird registriert, die allerdings schwer zu akzeptieren ist.

Diese Situation – und damit einhergehend wohl tendenziell weiter fallende Kurse – wird so lange andauern, bis ein starkes Ereignis die Akzeptanz erzwingt (z.B. der Austritt Griechenlands aus dem Euro) oder eine akzeptable Begründung durch den Mainstream gefunden und verbreitet wird. Beides bewirkt in der Konsequenz wahrscheinlich auch ein nochmals höheres Maß an Angst als zur Zeit.

Am Bondmarkt herrscht dagegen das genaue Gegenteil vor: Ein starker Trend, der schon seit Wochen von den Investoren nicht mehr verstanden wird. Auch hier liegen noch keine Indizien für eine bevorstehende, nachhaltige Trendwende vor. Allerdings verzeichnen wir unter den Bullen eine gewisse kurzfristige "Atemnot", die sich aus einer negativen Sentiment-Divergenz in den kurzfristigen sentix-Indikatoren und den hohen Werten des sentix Overconfidence Index speist. Eine Konsolidierung wird damit wahrscheinlich.

Einen Richtungswechsel in den Marktpreisen und in den mittelfristigen Sentimentwerten verzeichnen wir bei Euro gegen US-Dollar. Der "starke Rücktritt" vom Freitag hinterlässt deutliche Spuren und weitere Kursverluste des Euros sind damit zu erwarten. Aus der Schulden- und Politikkrise der letzten 15 Monate droht nun doch noch eine Währungskrise zu werden.

Manfred Hübner
Manfred Hübner
Sentix / Geschäftsführer

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  • Derzeit spielt der Markt irgendwie zwei Möglichkeiten .
    1. Griechenland geht , und kurfristig steigt der Euro bis neue Angst durch weitere mögliche Pleitestaaten aufkommt .
    2. Europa besinnt sich . Grichenland wird vom Kapitalmarkt genommen und eine neu geschaffen Wirtschaftregierung in Europa kümmert sich um die Länder die sich nicht mehr am Weltkapitalmarkt finanzieren können . Dazu muss Europa aber gemeinsame Anleihen herausgeben .
    Frau Merkel hat sich mit ihrer Europapolitk in die Aussichtlosigkeit getrieben , in eine Lage aus der sie jetzt schwer wieder herauskommt ohne dabei an eigener Regierungskraft zu verlieren .
    Das Projekt Rettungsschirm ist gescheitert . Das verunsichert den Markt und rechtfertigt die Abschläge .
    Und so sind die Eurobonds in aller Welt ein Thema für ein neues Europa geworden .

  • Diese Ungewissheit kommt vom Ad-Hoc Hin-und-Her von Merkel und Schäuble.

    Kein Mensch weiss, was die morgen machen. Ausserdem will die Mehrheit der EU-Bürger keine Transfer-Union, dieser Weg der "EU-Finanz-Integration" ist also eine Sackgasse, das spüren die Leute ganz genau.

  • Die sog. Anleger, die Ratlos sind, denen ist sowieso nicht zu helfen, denn sie wissen nicht was sie tun und haben es offensichtlich nie gewusst!

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