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30.10.2008 
Aktien

Aktienkruse in Zürich drehen ins Minus

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag freundlich in den Tag gestartet, nach Höchstständen am frühen Nachmittag jedoch abgerutscht und im Minus aus dem Handel gegangen. Händler sprachen von einer Konsolidierung nach den jüngsten, markanten Kursgewinnen. Außerdem sei es zu Umschichtungen aus defensiven Sektoren wie Pharma und Nahrungsmittel in die Finanzwerte gekommen. Entsprechend verloren die Index-Schwergewichte Nestle, Roche und Novartis an Terrain, was wiederum den SMI stark belastete.

Freundliche Vorgaben aus Asien und die US-Zinssenkung hatten den Schweizer Markt zunächst beflügelt. Zudem wurde für nächste Woche spekuliert, auch die EZB und Bank of England könnten an der Zinsschraube drehen. Es folgten überraschend positive US-Konjunkturdaten zur Wirtschaftsleistung im dritten Quartal und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Der Dow-Jones-Index eröffnete fester, musste die frühen Gewinne bis zum Handelsschluss in Europa aber weitgehend wieder abgeben.

Bis Börsenschluss sank der Swiss-Market-Index (SMI) um 0,65 Prozent oder 38,23 Einheiten auf 5 842,34 Punkte und löste sich damit von seinem späten Tagestief (5 720,20). Das Tageshoch lag bei 6 037,89 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI stieg dagegen 0,57 Prozent auf 830,42 Zähler. Der breitere SPI verlor 0,36 Prozent auf 4 813,57 Punkte.

Schlusslichter unter den 30 Bluechips waren Roche (-4,3 Prozent auf 161,30 Franken) und Nestle (-2,6 Prozent auf 43,88 Franken), dicht gefolgt von Novartis (-1,8 Prozent auf 55,60 Franken). Die Papiere wurden Marktteilnehmern zufolge von Branchenrotationen belastet - weg von defensiven Titeln hin zu Finanzwerten.

Auch bei Synthes (-1,8 Prozent auf 143,70 Franken) kam es zu überdurchschnittlichen Einbußen. Marktbeobachter machten gleich mehrere Faktoren dafür verantwortlich. Die Titel litten nicht nur unter der Flucht aus defensiven Papieren, sondern auch unter Berichten, wonach in den USA viele Krankenhäuser ihre Investitionen auf Eis gelegt hätten. Dies habe die gesamte Medizintechnik belastet, hieß es.

Entsprechend zeigten sich auch Nobel Biocare schwächer (-0,1 Prozent auf 19,31 Franken). Jedoch spielte hier die Zahlenvorlage des Wettbewerbers Straumann (Aktie-13,0 Prozent auf 200 Franken) mit hinein. Es habe sich gezeigt, dass sich das Geschäft Herstellers von Dentalimplantaten den negativen wirtschaftlichen Trends in Europa nicht entziehen könne, sagte ein Analyst.

Ferner litten Givaudan (-1,9 Prozent auf 749 Franken) überdurchschnittlich. Händler verwiesen auf eher enttäuschende Quartalszahlen des US-Mitbewerbers International Flavors & Fragrances (IFF).

Industrietitel konnten ihre Kursgewinne großenteils nicht halten, gegen Ende verloren Holcim 1,4 Prozent auf 64,85 Franken, ABB gingen immerhin noch im Plus (+2,0 Prozent auf 14,14 Franken) aus dem Handel. Auch Adecco (+1,0 Prozent auf 39,44 Franken) tendierten fester. Eindeckungskäufe wogen hier nach Einschätzung von Marktteilnehmern negative Analystenkommentare auf.

Geberit gewannen 3,3 Prozent auf 122,90 Franken. Die von dem Sanitärtechnik-Konzern vorgelegten Quartalszahlen hatten die Markterwartungen übertroffen. Analysten lobten unter anderem das gegenüber dem zweiten Quartal beschleunigte Umsatzwachstum, die nochmals verbesserten Margen und die Bestätigung der Zielvorgaben für das Gesamtjahr. Unter den SPI-Titeln wurden auch Meyer Burger (+8,8 Prozent), Rieter (+9,6 Prozent) und Georg Fischer (+7,4 Prozent) beflügelt.

Fester tendierten auch Kühne + Nagel (+1,9 Prozent auf 70,30 Franken) trotz einer negativen Studie von Goldman Sachs und einer Gewinnwarnung bei dem Wettbewerber Panalpina (Aktie-0,9 Prozent auf 54,05 Franken). Die Analysten hatten aufgrund der sich verschlechternden ökonomischen Perspektiven ihre Schätzungen für den europäischen Transport- und Logistiksektor erneut nach unten angepasst.

Zu den größten Gewinnern im SMI und SLI zählten die Finanzwerte. Vor allem Baloise (+6,4 Prozent auf 58,40 Franken), Zurich Financial Services (ZFS) (+5,7 Prozent auf 215 Franken) und Credit Suisse (+5,7 Prozent auf 41,52 Franken) konnten deutlich zulegen. Auch Julius Bär (+5,3 Prozent auf 42,10 Franken) und UBS (+3,2 Prozent auf 17,85 Franken) waren sehr gefragt.

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