Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag schwach geschlossen. Allerdings erholte er sich im späten Geschäft wegen des kräftigen Ölpreisrückgangs etwas. Belastet habe vor allem die jüngste Entwicklung im Zusammenhang mit der Immobilien- und Finanzmarktkrise, sagten Händler.
HB ZÜRICH. Entsprechend verkauft und gemieden wurden Aktien aus dem Finanzsektor. Auch die Aussagen von Notenbankpräsident Ben Bernanke sorgten für Druck auf den Markt, da er laut Händlern bei der Inflation das "Aufwärtsrisiko" und beim Wachstum das "Abwärtsrisiko" betont hat.
Der Swiss-Market-Index (SMI) schloss mit minus 1,70 Prozent auf 6 561,98 Punkte. Bei 6 478,41 Punkten hatte er im Handelsverlauf einen neues Dreijahrestief verzeichnet.
Im Einklang mit dem europäischen Bankensektor standen UBS
unter Druck und büßten 6,3 Prozent auf 18,18 Franken ein. Credit Suisse
sanken um 4,5 Prozent auf 39,72 Franken. Einerseits hätten die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem Sektor belastet, meinte ein Händler, andererseits hätten sich die Investoren auch im Vorfeld der diese Woche anstehenden Quartalsberichte von Merrill Lynch
, Jpmorgan und der Citigroup
zurückhaltend gegeben.
Die Versicherer wurden bis auf Swiss Life Holding
, die "nur" um 1,0 Prozent auf 261,00 Franken nachgaben, ebenfalls überdurchschnittlich verkauft. Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft
(Swiss Re)
verloren zum Start der Hurrikansaison 2,4 Prozent auf 62,20 Franken und Zurich
Financial Services(ZFS) gaben um 2,4 Prozent auf 259,00 Franken nach.
Ciba
brachen um 6,7 Prozent auf 25,44 Franken ein, nachdem Merrill Lynch
das Kursziel für den Titel gesenkt und die Verkaufsempfehlung bestätigt hatte. Die schwindende Nafrankenrage und steigende Rohstoffpreise dürften Cibas
Performance signifikant schmälern, schrieb das amerikanische Bankhaus in der Begründung.
Syngenta
gaben um 3,3 Prozent auf 293,75 Franken nach. Nur kurzzeitig hatten die Titel im schwachen Markt von den über den Erwartungen gelegenen guten Zahlen des norwegischen Düngemittelherstellers Yara Unterstützung erhalten.
Die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche
Holding legten um 1,1 Prozent auf 184,00 Franken zu. Sie profitierten Händlern zufolge nicht nur von ihrem defensiven Charakter, sondern in erster Linie von den am Vorabend publizierten Quartalszahlen der US-Tochter Genentech
. Genentech
verfehlte zwar die Erwartungen der Analysten knapp, hat jedoch die Gewinnerwartung für das laufende Jahr erhöht.
