Ein ganzes Bündel schlechter Nachrichten aus der krisengeschüttelten Finanzbranche hat die Feststimmung der Investoren vor Ostern getrübt. „Da kann noch was kommen“, fasste ein Börsianer die Befürchtungen zusammen. Nicht nur Banktitel verzeichneten Verluste. Lesen Sie hier, wer die größten Gewinner und Verlierer waren – und wie sich die deutschen Aktien im späten Handel schlugen.
HB FRANKFURT. Ein ganzes Bündel schlechter Nachrichten aus der krisengeschüttelten Finanzbranche hat die Stimmung der Investoren vor Ostern getrübt. Der Dax beendete die verkürzte Handelswoche bei 6319 Punkten und schloss damit 0,7 Prozent tiefer als am Mittwoch. Das war allerdings noch immer rund 150 Punkte über dem am Montag erreichten Jahrestief. Kursverluste bei den Bergbauwerten in London zogen den Europa-Index Stoxx50 leicht ins Minus auf 2944 Zähler.
Zur Belastung von Finanztiteln trug eine Gewinnwarnung der Credit Suisse (CS) bei. Die Schweizer Großbank rechnet wegen milliardenschwerer Abschreibungen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise nicht mit einem Gewinn für das erste Quartal. Die Titel stürzten in Zürich bis zu zehn Prozent ab und gingen mit einem Minus von 6,4 Prozent aus dem Handel. „Die CS-Mitteilung zeigt nichts weniger, als dass wir weiter im Sumpf stecken und das Ufer noch nicht in Sicht ist“, sagte ein Händler. In Frankfurt verloren die Aktien der Deutschen Bank 1,2 Prozent und die Papiere der Hypo Real Estate 1,8 Prozent. Erneut stand die schwer angeschlagene Mittelstandsbank IKB im Blickpunkt. Nachdem das Institut weitere Abschreibungen bekanntgegeben hatte, brachen die im MDax notierten Titel bis zu 13,8 Prozent ein. Sie erholten sich allerdings und schlossen knapp drei Prozent im Minus.
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Kurz vor Handelsschluss legten die Bankaktien europaweit ein wenig zu. Börsianer begründeten dies mit Kursgewinnen von bis zu neun Prozent bei den Anteilsscheinen der US-Investmentbank Merrill Lynch. Angetrieben wurden die Aktien durch Gerüchte über anstehende Verkäufe von Vermögenswerten der Bank. Im Tagesverlauf hatte die von Merrill Lynch angekündigte Klage gegen einen Anleiheversicherer Spekulationen um weitere Abschreibungen im Bankensektor ausgelöst, was den Markt belastete.
An der Wall Street sorgten zudem positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten für Kursgewinne. Bei Handelsschluss in Europa lag der Dow-Jones-Index knapp ein Prozent im Plus, der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,8 Prozent. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed) für März war nicht so stark gefallen wie von Experten erwartet. Analysten sahen dies als Anzeichen, dass es mit der US-Wirtschaft wieder aufwärtsgehen könnte. „Der Index weist derzeit zwar auf eine sehr schwache Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe hin, nicht aber auf eine Rezession“, erklärte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.
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Für eine ganze Reihe starker, aber fundamental nicht zu erklärender Kursbewegungen sorgte der große Verfallstag. So sackten die ThyssenKrupp-Aktien vier Prozent ab und hielten damit die rote Laterne im Dax. Am Donnerstag verfielen am Mittag Futures und Optionen auf Indizes, zum Handelsschluss Optionen auf einzelne Aktien. Zu diesen „Hexensabbat“ genannten Terminen versuchen Anleger diejenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in die für sie günstige Richtung zu beeinflussen.
Stark gefragt waren europaweit die Aktien der Fluggesellschaften. Börsianer erklärten dies damit, dass der Ölpreis zeitweise wieder unter 100 Dollar fiel. In Paris stiegen die Papiere von Europas größter Fluggesellschaft Air France-KLM um fast sieben Prozent. Lufthansa-Titel stiegen um mehr als vier Prozent und British-Airways-Aktien um gut drei Prozent.
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Gestützt durch die sehr festen US-Börsen haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag im späten Parketthandel ihre Verluste deutlich verringert. Der L-Dax schloss bei 6352,89 Punkten. Im elektronischen Handel war der Leitindex um 0,65 Prozent auf 6319,99 Punkte gesunken. Der L-MDax beendete das späte Geschäft bei 8245,51 Zählern. Auf Xetra hatte der Index der mittelgroßen Werte um 0,99 Prozent auf 8223,53 Zähler nachgegeben. Der L-TecDax schloss bei 707,81 Zählern, nachdem der Technologie- Index auf der Xetra-Plattform um 0,35 Prozent auf 701,80 Zähler gefallen war.
