Kursgewinne bei den Finanzwerten haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag angetrieben. Der Leitindex Dax gewann bis Handelsende 2,84 Prozent auf 6720,33 Punkte und das trotz negativer Nachrichten aus der Finanzbranche. Gefragt waren zudem die Titel des Chipherstellers Infineon, die einen gewaltigen Kurssprung machten.
HB FRANKFURT. "Die Anleger arrangieren sich zunehmend damit, dass bei den Banken weitere Abschreibungen im Raum stehen", sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba mit Blick auf die jüngsten Nachrichten aus dem Bankensektor. Diesen Gewöhnungseffekt habe man zuvor schon bei den hohen Öl- und Rohstoffpreisen sowie bei der Kursentwicklung des Euro gesehen. "Wir sind zwar im Tal der Tränen, aber wir haben auch eine Chance da herauszukommen solange keine Bank pleitegeht. Die Börse nimmt das schon ein bisschen vorweg."
Sein Kollege Christian Schmidt ergänzte, nachdem der Markt die Nachrichten von UBS
und Deutsche Bank
nicht so negativ aufgenommen habe wie zuvor befürchtet, seien pessimistisch eingestellte Anleger auf dem falschen Fuß erwischt worden. Diejenigen, die zuvor auf fallende Notierungen gesetzt hätten, müssten diese Verkaufspositionen nun mit Käufen wieder eindecken.
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Aktienhändler begründeten die Kursentwicklung mit Erleichterung am Markt. Trotz der Hiobsbotschaft kämen die Belastungen nicht überraschend, nachdem Vorstandschef Josef Ackermann bereits vor weiteren Abschreibungen gewarnt hatte. Die Belastungen seien zwar höher ausgefallen als erwartet, sagte ein Börsianer. Allerdings sei nun wohl "alles Negative auf dem Tisch". Die Aktien der Commerzbank
stiegen um 7,53 Prozent auf 21,29 Euro. Hypo Real Estate gewannen 8,57 Prozent auf 17,87 Euro. "Der Markt will nicht mehr weiter runter. Wenn nicht noch irgendetwas passiert, könnte er den Boden gefunden haben", sagte ein Händler.
Einzig und allein die Volkswagen
-Aktie
stand mit einem Minus von 1,4 Prozent auf der Verliererseite im Dax. Der Titel litt Börsianern zufolge unter Gewinnmitnahmen.
Infineon
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Der MDax stieg um 2,98 Prozent auf 9048,88 Zähler. Der TecDax legte um 3,21 Prozent auf 801,31 Punkte zu.
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In der zweiten Reihe brachen Aktien von Heidelberger Druckmaschinen
nach einer Revision der eigenen Umsatz- und Ergebnisziele um 9,35 Prozent auf 15,42 Euro ein. Die Reaktionen von Börsianern fielen sehr negativ aus. Mehrere Analysten stuften die Aktie ab oder senkten ihre Kursziele. Dagegen gewannen Papiere von Klöckner & Co
nach einem positiv aufgenommenen Ausblick 6,76 Prozent auf 34,60 Euro.
Wegen der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten ist am Dienstag der erste milliardenschwere Börsengang in diesem Jahr in Deutschland abgeblasen worden. Die RAG -Stiftung legte ihre Pläne für einen Börsengang des Mischkonzerns Evonik bis auf weiteres zu den Akten. Nun soll stattdessen ein Finanzinvestor gefunden werden.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,97 (Vortag: 3,94) Prozent. Der Rentenindex sank um 0,13 Prozent auf 118,64 Punkte. Der Bund Future verlor 0,48 Prozent auf 115,40 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,5660 (Montag: 1,5812) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6386 (0,6324) Euro.
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