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16.09.2008 
Schlussbericht: Börse Frankfurt

Dax schließt auf tiefstem Stand seit zwei Jahren

Die Einschläge auf dem US-Finanzmarkt lassen die Börsen auch in Europa weiter beben. Der Deutsche Aktienindex Dax verlor nach dem Einbruch vom Montag am Dienstag weitere 1,63 Prozent und schloss auf dem niedrigsten Stand seit etwa 2 Jahren.

Der Schock über die Krise der US-Banken wirkt nach. Foto: dpaLupe

Der Schock über die Krise der US-Banken wirkt nach. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Im Bann der zugespitzten Finanzkrise in den USA sind die deutschen Aktienindizes am Dienstag weiter kräftig nach unten gerutscht. Der Dax markierte bei zeitweise 5858 Zählern den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Leitindex schloss mit minus 1,63 Prozent auf 5965,17 Zählern und damit so schwach wie zuletzt im September 2006. Der MDax mittelgroßer Werte fiel um 0,82 Prozent auf 7699,14 Zähler. Der TecDax gab 1,67 Prozent auf 726,16 Punkte ab.

"Goldman Sachs als eigentlich strahlender Stern am Bankenhimmel konnte die Gemüter nicht beruhigen - damit sind die Dämme im Dax erstmal gebrochen", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Zudem drücke die Unklarheit um AIG zunehmend auf die Stimmung und mittlerweile erscheine alles wieder möglich. Experten sagten, auch eine Notzinssenkung der US-Notenbank sei nicht mehr ausgeschlossen.

Finanzwerte blieben wegen der aus den USA überschwappenden Finanzkrise im Fokus. Commerzbank-Titel rutschten am Dax-Ende um weitere 12,19 Prozent auf 13,97 Euro ab und lagen auf dem tiefsten Stand seit August 2004. Ein Börsianer sagte: "Das Timing der teuren Übernahme der Dresdner Bank ist schon extrem ungünstig. Dessen Finanzierung und die ohnehin bestehenden Risiken aus der Finanzkrise ergeben nun eine "explosive Mischung". Zudem verwiesen Händler darauf, dass die jüngst übernommene Dresdner Bank stark bei American International Group (AIG) investiert gewesen sein soll. Postbank-Werte büßten mehr als acht Prozent und der Aktienkurs von Allianz gab um 5,6 Prozent nach.

Die Aktie von AIG notierte zu diesem Zeitpunkt an der US-Börse 47 Prozent niedriger. Vorübergehend war Hoffnung auf eine Rettung des einst weltgrößten Versicherers durch die US-Regierung aufgekommen, was sowohl dem Aktienkurs von AIG als auch der Wall Street insgesamt ins Plus verhalf. Doch als diese Hoffnung schwand, gaben auch die US-Börsen wieder nach. So lag der Dow-Jones-Index zu Handelsschluss in Europa 0,8 Prozent im Minus, während der Nasdaq-Composite um 0,7 Prozent fiel.

Versicherer standen wegen der Sorgen um AIG ebenfalls weiter unter Druck: Allianz-Aktien sackten um 5,61 Prozent auf 98,06 Euro ab. In einem Medieninterview sagte David Paterson, Gouverneur des US- Bundesstaats New York, ein Scheitern des US-Versicherungskonzerns American International Group (AIG) würde ein "katastrophales Problem" für den Markt bedeuten. AIG habe allerdings nur "einen Tag", um seine Probleme zu lösen. Angeblich sind bis zu 75 Milliarden Dollar nötig. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Insider, wenn das Geld nicht bis Mittwoch aufgetrieben sei, habe AIG möglicherweise keine andere Wahl als Insolvenz anzumelden.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,99 Prozent schwächer bei 3088,43 Punkten. In Paris und London gab es ebenfalls deutliche Kursverluste. Das Handelsvolumen belief sich im Dax auf rund 358 (Montag: 325) Millionen Aktien. Der Umsatz betrug 12,6 (11,8) Milliarden Euro.

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