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16.01.2008 
Marktbericht Frankfurt

Dax schließt erneut im Minus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Vor allem Banken standen die Investoren zurückhaltend gegenüber, eine Nachwirkung des Schocks über die am Dienstag mitgeteilten Belastungen der Hypo Real Estate. Die Zahlen von JPMorgan wurden am Markt jedoch gelassen aufgenommen.

Katerstimmung an den Börsen. Foto: dpaLupe

Katerstimmung an den Börsen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften aus dem Finanzsektor hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter eingetrübt. Der Dax fiel bis zum Abend um 1,3 Prozent auf 7472 Punkte. "Die Angst ist groß, dass es weiter nach unten geht. Es fehlen einfach die Käufer", sagte Aktienstrategin Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank. "Wir sind noch lange nicht über den Berg", warnte ein Händler. Die Investoren seien nach wie vor sehr nervös.

Der Schock über die am Dienstag mitgeteilten Belastungen der Hypo Real Estate aus der Hypothekenkrise schürte Händlern zufolge die Angst, dass weitere Banken neue Abschreibungen drohen könnten. Die Zahlen von JPMorgan wurden am Markt jedoch gelassen aufgenommen. Die US-Bank hat im vierten Quartal zwar weniger verdient als im Vorjahr und in Folge der Hypothekenkrise 1,3 Mrd. Dollar abgeschrieben. Das war aber weniger, als befürchtet worden war: "Peanuts im Vergleich zur Citigroup gestern", sagte ein Händler.


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Vor allem Banken standen die Investoren zurückhaltend gegenüber. "Es bleibt Misstrauen gegenüber den Finanztiteln", sagte ein Händler. "Man fragt sich, wer noch etwas versteckt haben könnte." Die Aktien der Commerzbank setzten ihre Talfahrt vom Dienstag, als sie über acht Prozent verloren hatten, mit einem Abschlag von zwei Prozent fort. Händler führten das auf Gerüchte über mögliche Sonderabschreibungen zurück. Commerzbank -Chef Klaus-Peter Müller weise seit Wochen darauf hin, dass die Kreditkrise noch nicht ausgestanden sei, sagte ein Aktienstratege. "Wenn er das für den Markt sagt, lässt sich ja vermuten, dass das auch für sein Haus gelten könnte." Die Commerzbank lehnte einen Kommentar zu den Spekulationen ab und verwies darauf, dass sie am Vortag ihre Jahresziele für 2007 bekräftigt hatte. Deutsche Bank fielen um 1,3 Prozent.

Tagesverlierer war die Deutsche Börse mit einem Abschlag von 8,8 Prozent. "Ausländische Investoren verkaufen im großen Stil deutsche Aktien, die stark zugelegt haben", sagte ein Händler. Die Aktie des Börsenbetreibers hatte in den vergangenen Monaten kräftig gewonnen.


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Eine Gegenbewegung zu den deutlichen Kursverlusten des Vortages half den Aktien der Hypo Real Estate zu einem Plus von 2,6 Prozent auf 22,20 Euro. "Die Leute steigen wieder ein nach dem sensationell großen Abschlag am Vortag", sagte ein Händler. Zur Beruhigung habe beigetragen, dass der Vorstand am Vorabend Aktien gekauft habe. Der Immobilienfinanzierer hatte am Dienstag mit dem Eingeständnis von Belastungen aus der Hypothekenkrise die Anleger schockiert. Die Aktien waren daraufhin um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Auch Technologieaktien wie Infineon gerieten unter Druck, nachdem der US-Chiphersteller Intel mit seinem Ausblick enttäuscht hatte. Infineon gaben um 3,7 Prozent nach. Der TecDax büßte sogar 4,4 Prozent ein, wobei sich vor allem die Solarwerte als Belastung erwiesen. Die Analysten von Societe Generale hatten Q -Cells und Solarworld auf ihre Verkaufslisten gesetzt, Solarworld verloren daraufhin fast zwölf Prozent, Q -Cells 8,7 Prozent.

Im MDax büßte das Papier des Werkzeugmaschinenherstellers Gildemeister zeitweise bis zu ein Viertel ihres Börsenwertes ein, nachdem Korruptionsermittlungen gegen den Vorstandschef bekannt wurden. Aus dem Handel gingen die Titel mit einem Minus von 17,8 Prozent. Übernahmespekulationen verhalfen dagegen den Aktien von Pfleiderer zu einem Kurssprung von 16,1 Prozent. Der Holzverarbeiter teilte mit, ein Finanzinvestor erwäge eine Übernahme von Pfleiderer. Zudem würden mit anderen Finanzinvestoren Gespräche über einen Einstieg geführt.



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