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24.09.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

Dax schließt leicht im Minus

Mit bangem Blick haben Anleger am Mittwoch die Verhandlungen im US-Kongress über die Milliardenhilfen für den angeschlagenen Finanzsektor verfolgt. Die Sorge, dass das Hilfspaket verzögert oder in abgespeckter Form freigegeben wird, lastete auch auf den europäischen Börsen.

Der Dax schließt im Minus, kriegt aber dank Warren Buffet fast noch die Kurve. Foto: ReutersLupe

Der Dax schließt im Minus, kriegt aber dank Warren Buffet fast noch die Kurve. Foto: Reuters

HB FRANKFURT. Hingegen stützte der überraschende Einstieg des US-Multimilliardärs Warren Buffett bei Goldman Sachs die Aktienkurse.

Der Dax ging 0,3 Prozent schwächer bei 6052,87 Punkten aus dem Handel. Der europäische Stoxx50-Index verlor 0,7 Prozent auf 2690 Punkte. Einen Lichtblick in der Krise gab es durch das Engagement von Buffett: Der einflussreiche Investor kauft für fünf Mrd. Dollar Anteile an Goldman und setzte damit ein positives Signal für den angeschlagenen US-Finanzsektor. „Das ist ein Vertrauensvotum“, erklärte ein Analyst. „Mehr geht nicht.“ Die Goldman-Sachs-Aktien legten 1,4 Prozent zu.

Den US-Börsen half das aber zunächst nicht allzu sehr, der Dow-Jones-Index lag zum Börsenschluss in Europa auf Vortagesschluss, der Nasdaq-Composite gewann 0,6 Prozent. US-Notenbankchef Ben Bernanke unterstrich im Werben um eine schnelle Freigabe der Gelder den Ernst der Lage: Die Finanzkrise könne die US-Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft ziehen, eine Zuspitzung könne das bereits schwache Wachstum weiter abbremsen, betonte er vor dem Senatsausschuss.

Wegen der anhaltenden Unsicherheit griffen Anleger bei den europäischen Finanzwerten nur vereinzelt beherzt zu. Deutsche Bank stiegen im Endspurt um 3,3 Prozent, während Commerzbank ein Prozent und Postbank 1,7 Prozent verloren. Größter Gewinner im Stoxx50 waren die Papiere der UBS mit einem Plus von 4,9 Prozent, gefolgt von Royal Bank of Scotland mit 3,3 Prozent.

Ebenfalls leicht im Plus lag der europäische Versicherungssektor. Größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Münchener Rück mit einem Plus von 4,6 Prozent. Deftig im Minus lagen allerdings an der Wall Street die Aktien des Versicherungskonzerns AIG, der zwar den Notfallkredit der US-Notenbank Fed über 85 Mrd. Dollar festzurren konnte. Laut CNN ermittelt aber das FBI inzwischen gegen den Konzern. Die AIG-Aktie fiel um 14 Prozent.

Europaweit stießen die Anleger Autowerte ab, der Branchenindex gab um 3,1 Prozent nach. An der Spitze der Dax-Verlierer standen die Aktien von VW mit einem Minus von 5,8 Prozent auf 252,34 Euro, was den Dax um 22 Punkte drückte. Der Autohersteller hat im August drei Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum und sieht die Wirtschaftsabschwächung als Herausforderung für die Branche. Auch Daimler verloren ein Prozent.

An der Mailänder Börse drückten Spekulationen über eine Gewinnwarnung von Fiat die Papiere des Autokonzerns 4,4 Prozent ins Minus. Das Unternehmen wies die Gerüchte nach Börsenschluss als haltlos zurück.

Bei den Nebenwerten im Technologieindex TecDax herrschte indes eitel Sonnenschein. Nach monatelangem Ringen hat der US-Senat der weiteren Förderung von erneuerbaren Energien zugestimmt, was den Solarwerten Auftrieb verschaffte. Phoenix Solar sprangen um 15 Prozent nach oben. Die Unicredit-Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn des Unternehmens im Gesamtjahr von 28,1 Mill. Euro, das Unternehmen geht derzeit von 23 Mill. Euro aus. Insgesamt legte der TecDax 0,8 Prozent zu.

Auch an der Wall Street haussierten Technologietitel: Investoren hegten die Hoffnung, dass die Ausgaben für Technik wieder steigen könnten, wenn das Rettungspaket erst einmal umgesetzt wird. Aktien des US-Computer- und Unterhaltungselektronikherstellers Apple gewannen 1,3 Prozent.

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