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28.11.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

Dax schließt mit positiver Wochenbilanz

Konjunkturprogramme, eine überraschend deutlich Zinssenkung in China und der näher rückende Machtwechsel in den USA haben Anlegern in dieser Woche wieder etwas Mut gemacht.

Dem deutschen Aktienmarkt fehlen zum Wochenschluss die Impulse von den US-Börsen. Foto: dpaLupe

Dem deutschen Aktienmarkt fehlen zum Wochenschluss die Impulse von den US-Börsen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Der Dax schloss am Freitag zwar nur mit einem minimalen Plus von vier Punkten auf 4669 Zähler. Allerdings hat der Leitindex damit erstmals seit Ende Oktober im Wochenvergleich einen Gewinn eingefahren - und zwar 13 Prozent. „Die Woche war mehr als schön“, freute sich ein Händler.

Im November verlor der Dax gut sechs Prozent und verbuchte damit auf Monatssicht das vierte Minus in Folge. Eine so lange Verlustserie gab es zuletzt Anfang 2003. Nur 2001 dauerte die Talfahrt länger, als der Dax fünf Monate hintereinander verlor. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 42 Prozent.

Die Hoffnung, dass Konjunkturprogramme in den USA und der EU greifen werden sowie die Zusammenstellung des neuen Wirtschaftsteams durch den künftigen US-Präsidenten Barack Obama beruhigten die Anleger ebenso wie die vorläufige Rettung der angeschlagenen Citigroup-Bank Anfang der Woche. Die Anschläge in Indien bremsten in der zweiten Wochenhälfte den Kursanstieg. Sie war aber wegen des US-Feiertags Thanksgiving am Donnerstag von geringen Umsätzen geprägt.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zu dieser Aktie.

Im Fokus des verkürzten US-Handels am Freitag stand die Einzelhandelsbranche. Das lange Wochenende nach dem Feiertag nutzen viele US-Bürger für Einkäufe. Da Einzelhändler deshalb oft schwarze Zahlen schreiben, wird der Brückentag auch „Black Friday“ genannt. Analysten befürchten aber, dass die Bürger wegen der Wirtschaftsflaute den Gürtel enger schnallen und die Unternehmen allenfalls einen „grauen“ Freitag erleben. Die Aktien des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart fielen bis Handelsschluss in Europa um 1,5 Prozent. In Frankfurt wurde die vorgezogene Komplettübernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank positiv aufgenommen. Verkäufer Allianz bekommt statt Commerzbank-Aktien 1,4 Mrd. Euro in bar. Allianz stiegen um neun Prozent auf 65,21 Euro, Commerzbank um fast fünf Prozent auf 7,21 Euro. Ansonsten haben die Finanzwerte in dieser Woche etwas aufgeholt. So stiegen die Aktien der Deutschen Bank um fast 49 Prozent. Das Freitagsplus mit 2,7 Prozent auf 27,98 Euro nimmt sich da eher bescheiden aus. Auch Allianz und Commerzbank zählen auf Wochensicht zu den größten Dax-Gewinnern.

Ihren Wochengewinn nicht ganz halten konnten die Daimler-Aktien, da viele Anleger Kasse machten und so den Daimler-Kurs am Freitag um 3,6 Prozent ins Minus drückten. Auf Wochensicht hat Daimler aber immer noch ein Plus von über 20 Prozent aufzuweisen. Erneut gegen den Trend gerieten die VW-Aktien unter die Räder. Die Titel waren mit einem Minus von über 23 Prozent in der größte Wochenverlierer. Am Freitag gaben sie fünf Prozent nach.

Mit einem Plus von über 60 Prozent ragten in der MDax-Wochenbilanz die Premiere-Aktien heraus. Der Bezahlfernsehsender wird auch ab 2009 die Fußball-Bundesliga live übertragen. Zwar gab es dafür am Freitag nur vorübergehend eine Prämie - die Aktien verlor zum Schluss drei Prozent. Doch hatte es schon an den Vortagen Vorschusslorbeeren gegeben, und so ging für Premiere an der Börse ein guter Monat zu Ende. Die Aktien haben im November fast 160 Prozent gewonnen. Im Jahresvergleich stehen sie aber noch mit 60 Prozent im Minus.

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