Inzwischen bestätigten der Versicherer und auch die als Dresdner-Interessentin gehandelte Commerzbank, dass für Sonntag jeweils eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats einberufen sei. Der Stopp des Aufspaltungsprozesses spreche eher für eine schnelle Lösung mit der Commerzbank, sagte Uwe Otten von der Bank Vontobel. Commerzbank-Titel verteuerten sich um 1,89 Prozent auf 20,46 Euro. Dabei schmeckt den Anlegern eigentlich nicht, dass die Commerzbank bei einem Deal den Investmentarm der Dresdner mitübernehmen müsste. „Der brachte schon der Allianz hohe Wertberichtigungen ein, zudem liegt der Commerzbank-Fokus auf dem Mittelstandsgeschäft“, erläuterte ein Börsianer.
An der Indexspitze kletterten die Aktien der Deutschen Börse um 6,05 Prozent auf 63,66 Euro. Händlern zufolge kursierten erneut Gerüchte am Markt, dass der Börsenbetreiber Teile der Abwicklungstochter Clearstream verkaufen will. Siemens-Titel legten um 2,18 Prozent auf 74,96 Euro zu. Der Mischkonzern spricht mit ausländischen Staatsfonds über einen Einstieg.
K+S-Titel verloren nach anfänglichen Gewinnen im MDax 2,77 Prozent auf 80,00 Euro. Der Düngemittelhersteller will seine Kaliproduktion in den kommenden Jahren mit massiven Investitionen ausbauen. Dies berge aber auch Risiken, meinten Analysten. Unter den kleinen Werten stiegen Fielmann-Papiere nach starken Zahlen um 3,88 Prozent auf 51,99 Euro. Auch die Ergebnisse von Air Berlin stießen auf positives Echo - die Aktien kletterten um 3,08 Prozent auf 4,01 Euro.
Infineon-Aktien schnellten um mehr als fünf Prozent nach oben, als Gerüchte über ein Angebot von Elpida für die Speicherchiptochter Qimonda die Runde machten. Weniger beliebt waren Aktien von europäischen Einzelhändlern. Börsianern zufolge erfüllten die Ergebnisse von Ahold und Casino die Erwartungen nicht erfüllt. Der entsprechende Sektorindex konnte nur ein vergleichsweise mageres Plus von 0,6 Prozent vorweisen. Ahold-Aktien fielen um vier Prozent, Carrefour gaben um 2,3 Prozent nach. Der französische Konzern legt am Freitag Quartalszahlen vor.
Die angehobene Schätzung der US-Regierung für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal auf 3,3 Prozent von zuvor 1,9 Prozent hievte den Dow-Jones-Index um mehr als ein Prozent nach oben. Unterstützung erhielt die Wall Street auch von der Verbilligung des Ölpreises auf unter 115 Dollar.
Zu den größten Gewinnern gehörten die Titel des weltgrößten Anleiheversicherers MBIA mit einem Kurssprung von zeitweise 23 Prozent. MBIA will Kommunalanleihen im Volumen von 184 Mrd. Dollar von seinem US-Konkurrenten FGIC rückversichern und erhält dafür eine Prämie von 741 Mill. Dollar.

