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03.12.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

Dax dreht ins Plus – Infineon wird Pennystock

Der Dax hat seine zwischenzeitliche Talfahrt gestoppt. Aber die Aktie von Infineon bricht um rund 40 Prozent ein und fällt zwischenzeitlich unter die Ein-Euro-Marke. Am Abend wird die Börse den Dax umbauen. Ansonsten warten die Anleger gespannt auf die Zinsentscheidung der EZB.

Schlechte Nachrichten aus der Autobranche drücken den Dax.Lupe

Schlechte Nachrichten aus der Autobranche drücken den Dax.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch in der letzten Handelsstunde kräftig zugelegt und freundlich geschlossen. Der Leitindex Dax ging mit plus 0,78 Prozent auf 4567,24 Zähler aus dem Handel. Der MDax rückte um 0,67 Prozent auf 5173,31 Zähler vor. Der TecDax stieg um 0,64 Prozent auf 479,46 Punkte.

Im Schlepptau der Wall Street haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch heftig hin- und hergeschwankt. Aus dem Handel ging der Dax 0,8 Prozent höher bei 4567 Punkten, nachdem er zeitweise mehr als drei Prozent verloren hatte. Größter Ausreißer nach unten waren die Aktien von Infineon, die um 40 Prozent einbrachen und Händlern zufolge vorübergehend zum ersten „Penny-Stock“ im Dax wurden. Der Stoxx50 beendete die Sitzung 0,8 Prozent höher bei 2081 Zählern.

Die Umsätze seien sehr niedrig gewesen, sagten Händler in Frankfurt. Viele Investoren hielten sich zurück, zum einen wegen der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag und zum anderen wegen der bevorstehenden Entscheidung über staatliche Hilfen für die US-Autobauer. In den kommenden Tagen müssen General Motors, Ford und Chrysler den US-Kongressabgeordneten ihre Sanierungspläne erläutern. Vertreter von Demokraten und Republikanern haben erkennen lassen, dass sie keinen der Autobauer in Konkurs gehen lassen wollen. Die Aktien von General Motors notierten an der Wall Street 1,2 Prozent niedriger, Ford legten um fünf Prozent zu.

In Deutschland hatten die Aktien der Autokonzerne zunächst angesichts neuer Hiobsbotschaften aus der Branche zu den größten Verlierern gezählt, doch mit Rückenwind aus den USA grenzten sie ihre Verluste ein: Daimler schlossen 0,1 Prozent höher, BMW stiegen um 1,8 Prozent, Volkswagen 0,9 Prozent im Plus. Die deutschen Autohersteller hatten schwache Verkaufszahlen für den US-Markt vorgelegt, und auch für den Heimatmarkt machte der Verband der Automobilindustrie keine Hoffnungen.

MAN stellt sich ebenfalls auf schwierige Zeiten ein. Der Konzern will im kommenden Jahr 30 Prozent weniger Lkw produzieren. Die Aktien büßten daraufhin 4,4 Prozent ein.

Am stärksten unter Druck gerieten die Papiere von Infineon. Der Münchener Halbleiterkonzern schockierte die Anleger mit Milliardenverlusten und einem düsteren Ausblick. Selbst mit einem verschärften Sparkurs sieht das Unternehmen keine Chance, sich gegen den Abwärtstrend zu stemmen. „Der Ausblick für das erste Quartal und das Geschäftsjahr waren ein Desaster“, urteilte die LBBW. Das Qimonda-Problem bleibe ungelöst, betonte die DZ Bank. Die Aktie brach zeitweise bis auf 94 Cent ein. Als der Titel im März 2000 an die Börse gestartet war, hatten die Investoren über 70 Euro für die Aktie gezahlt. Zum Handelsschluss kosteten Infineon genau einen Euro, 39,6 Prozent weniger als am Tag zuvor.

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