Der deutsche Aktienmarkt verliert weiter an Boden. Im Dax gerät die Telekom unter Druck. Medienmogul Rupert Murdoch machte für kurze Zeit die Premiere-Aktionäre froh.
HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag weiter Verluste verzeichnet. Der Leitindex Dax fiel am frühen Nachmittag um 1,22 Prozent auf 7 138 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 2,37 Prozent auf 9830 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,07 Prozent auf 869 Zähler.
Auf die Stimmung drückte der ZEW-Indikator, der wider Erwarten zurückging. "Die Konjunkturdynamik dürfte etwas an Fahrt verlieren, weil sich bei den Unternehmen allmählich die Folgen der steigenden Refinanzierungskosten und der starke Euro bemerkbar machen dürften", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter rund 300 Börsenexperten.Die Börsianer bewerteten die Lage allerdings besser als noch im April. Dieser Teilindikator stieg auf 38,6 von 33,2 Zähler. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 32,0 Zähler gerechnet.
"Sobald der Markt gut gelaufen ist, kommen wieder Sorgen auf, denn bei der Beurteilung der weiteren Aussichten für die Wirtschaft scheiden sich die Geister", sagte ein Händler. "Zwar fallen einige Daten, wie beispielsweise die US-Frühindikatoren von Montag, besser aus als erwartet, aber dennoch traut man dem Braten nicht. Deswegen kann die Stimmung im Moment schnell umschlagen." Viele Investoren lauerten zurzeit auf den richtigen Moment für den Einstieg. Da viele aber damit rechneten, dass der Dax noch etwas fällt, bevor es weiter hochgeht, wollten sie aber noch nicht aktiv werden, sagten Börsianer. Deswegen seien die Umsätze nach wie vor niedrig.
Charttechnisch hat der Dax bei 7 245 Punkten eine ersten Widerstand. Eine erste Unterstützung wird bei 7 190 Punkten gesehen. Solange der Dax nicht den Bereich bei 7 080 bis 7 107 Punkten unterschreitet, befinde er sich in "bullischem Fahrwasser", sagte ein technischer Analyst.
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Bankenwerte standen nach negativen Branchennachrichten aus den USA unter Druck. Laut einem Händler hat der Finanzkonzern Citigroup seine Gewinnschätzungen für die heimischen Konkurrenten Goldman Lehman Brothers und Morgan Stanley gesenkt. Zudem berichtete das "Wall Street Journal", die Krise bei einem Hedge-Fonds der Citigroup habe hohe Verluste bei mindestens drei US-Großbanken verursacht. Commerzbank verloren 2,08 Prozent auf 22,13 Euro. Für Deutsche Bank ging es um 1,03 Prozent auf 75,55 Euro bergab.
Aktien der Deutschen Telekom gaben um 1,79 Prozent auf 10,95 Euro nach. Die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's hatten ihre Bewertungen für die Titel des Telefonkonzerns aufgrund des Einstiegs beim griechischen Telefonkonzern OTE gesenkt.
SAP-Titel gewannen hingegen 0,66 Prozent auf 33,68 Euro. Europas größter Softwarehersteller erwartet für seinen jüngsten Zukauf Business Objects ein kräftiges Wachstum von mindestens 20 Prozent jährlich sowie eine schnelle Integration und sieht kein Ende seines überdurchschnittlichen Wachstums.
Im MDax lagen Premiere zunächst 0,7 Prozent im Plus, nachdem Rupert Murdoch seinen Anteil an dem Medienkonzern aufgestockt hatte.Die Freude währte nur kurz, am späten Vormittag lagen die Aktien rund zwei Prozent im Minus. Air Berlin sackten um 2,3 Prozent ab. Händlern zufolge haben die Analysten der Deutschen Bank den SDax-Titel auf "Hold" von zuvor "Buy" heruntergestuft.
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