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07.11.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

Dax versöhnt Anleger zum Wochenende

Kursgewinne an der Wall Street haben auch dem deutschen Aktienmarkt einen versöhnlichen Wochenschluss beschert. Der Dax kletterte kurzzeitig wieder über 5 000 Punkte. Experten rechnen aber nur mit einer kurzen Verschnaufpause. Zu deutlich sind die Rezessionssignale.

Die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse zeigt eine ansteigende Kurve. Foto: apLupe

Die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse zeigt eine ansteigende Kurve. Foto: ap

HB FRANKFURT. Mit einem freundlichen Ergebnis hat sich der Deutsche Aktienindex aus einer wechselhaften Woche verabschiedet. Der Leitindex der Frankfurter Börse legte am Freitag 2,6 Prozent zu und schloss bei 4 938 Punkten. Im Verlauf war der Index zwischenzeitlich wieder über die Marke von 5 000 Punkten geklettert. Aus fundamentaler Sicht gab es dabei wenig Anlass zu Freude. Im Gegenteil: Der monatliche Arbeitsmarktbericht aus den USA fiel schlechter aus als von Analysten erwartet. An der Börse waren offenbar aber noch schlechtere Zahlen befürchtet worden. Die Wall Street legte jedenfalls deutlich zu und zog den Dax in ihrem Sog mit nach oben.

„Wir folgen Amerika ins Plus, obwohl die Zahlen extrem schlecht waren“, sagte ein Händler. Laut dem Arbeitsmarktbericht ist die Arbeitslosenquote in den USA im Oktober auf 6,5 Prozent gestiegen. Trotz der zunächst positiven Reaktion der Börsen untermauert das, wie kritisch die wirtschaftliche Lage in den USA ebenso wie weltweit ist: „Die Zahlen verdeutlichen, dass die US-Wirtschaft immer stärker in die Rezession rutscht“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Wir gehen davon aus, dass der Konsum sich weiter abschwächt". Insofern seien Leitzinssenkungen der US-Notenbank Fed ungeachtet des bereits niedrigen Niveaus weiter möglich. „Der Wahnsinn geht weiter“, kommentierte ein weiterer Händler das heftige Auf und Ab der Kurse.

Die höchsten Gewinne im Dax verbuchten nach dem Handelskonzern Metro die Aktien der Münchener Rück, die um 6,8 Prozent auf 102,97 Euro stiegen. Der Rückversicherer hatte nach einer erneuten Milliardenabschreibung auf Aktien im dritten Quartal sein Gewinnziel für das laufende Jahr zwar gekippt und angekündigt, beim Konzernergebnis die zuletzt angestrebten zwei Mrd. Euro wahrscheinlich nicht zu erreichen. Das kam laut Marktteilnehmern allerdings nicht überraschend. WestLB-Analyst Thomas Noack erklärte zudem: „Auf operativem Niveau sehen die Zahlen soweit ganz gut aus.“ Positiv aufgenommen wurde zudem, dass die Münchener Rück trotz des Gewinneinbruchs für 2008 eine Dividende plant. Der Konzern plant eine Ausschüttung von 5,50 Euro je Aktie ausschütten und kündigte zudem an, die Pläne zum Rückkauf eigener Aktien weiter zu verfolgen.

Andere Finanzwerte entwickelten sich hingegen deutlich schlechter. Schlusslicht im Dax waren die Titel der Hypo Real Estate, die 5,7 Prozent auf 4,27 Euro abgaben. Auch die Aktien von Commerzbank, Deutscher Bank und Postbank beendeten den Tag mit leichten Verlusten, während die Allianz, die am Montag Zahlen vorlegt, im Vorfeld einen Vertrauensvorschuss der Anleger erhielt und sechs Prozent auf 65,55 Euro zulegte.

Für Bewegung sorgten auch Analystenkommentare. Titel von Siemens zählten mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 43,49 Euro zu den größten Verlierern. Die UBS stufte die Papiere des Elektrokonzerns von „buy“ auf „sell“ drastisch herab und stampfte das Kursziel von 100 auf 35 Euro ein. Die Experten senkten ihre Gewinnschätzungen für 2009 und 2010 um 32 und 59 Prozent. Trotz des bereits erlebten Kursverfalls – Siemens-Aktien standen vor Jahresfrist noch über 100 Euro – bleibe ein überdurchschnittliches Risiko. Eine Senkung des Unternehmensziels für 2009 sei wahrscheinlich.

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