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21.08.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

Dax: Wenig Umsatz und miese Stimmung

Die anhaltende Angst vor den Auswirkungen der Finanzkrise und ein starker Anstieg des Ölpreises haben am Donnerstag die Kurse am deutschen Aktienmarkt ins Minus gedrückt.

Händler an der Frankfurter Börse. Foto: dpaLupe

Händler an der Frankfurter Börse. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Aus Angst vor den Auswirkungen der Finanzkrise machen die Investoren weiter einen großen Bogen um den deutschen Aktienmarkt. Neue Schlagzeilen um Lehman Brothers, Fannie Mae und Freddie Mac sorgten dafür, dass die Finanzkrise im Blick der Investoren bleibe, sagte LBBW-Stratege David Pieper. Das Thema Finanzkrise sei nun wieder in aller Munde, sagte ein Händler. Das sorge für Unsicherheit, so dass keiner investieren wolle. Zudem trübte der Ölpreis die Stimmung: Am Abend mussten für ein Barrel (159 Liter) US-Öl wieder über 121 Dollar gezahlt werden - vor ein paar Tagen noch war der Rohstoff neun Dollar billiger.

Der Dax ging mit einem Abschlag von 1,3 Prozent auf 6237 Punkten aus dem Handel. Dabei wurden 122 (Mittwoch: 103) Millionen Dax-Aktien gehandelt, der Umsatz betrug 5,0 (3,8) Milliarden Euro. Die Umsätze seien "erschreckend gering", sagte ein Händler. Auch der steigende Ölpreis belastete die Stimmung.

Bei den Nebenwerten gab es unterschiedliche Entwicklungen. So musste der MDax ein Minus von 0,95 Prozent auf 8.241,49 Zähler hinnehmen. Dagegen schloss der TecDax mit einem Plus von 0,67 und notierte bei 802,09 Zählern.

"Es fehlt einfach an positiven Geschichten, und dann sind da auch noch Fannie und Freddie", spielte ein anderer Marktteilnehmer auf die seit Tagen kursierenden Spekulationen über eine mögliche Verstaatlichung der beiden US-Hypothekenfinanzierer an. Deren Aktienkurse waren am Vortag an der Wall Street um bis zu fast 30 Prozent eingebrochen, hatten zur Handelseröffnung in den USA ihre Talfahrt zunächst fortgesetzt, diese später aber wieder wettgemacht. Am Markt werde darauf gesetzt, dass die beiden Institute vom Staat gerettet würden, sagten Händler. Stark unter Druck kamen auch andere die Finanzwerte, nachdem sich mehrere Analysten kritisch zu Instituten wie Lehman Brothers, Morgan Stanley und Goldman Sachs äußerten. Zudem hat sich Medienberichten zufolge Lehman Brothers vergeblich um Investoren bemüht. Lehman Brothers verbilligten sich um 4,3 Prozent, und Goldman Sachs verbuchten ein Minus von 2,6 Prozent.

Auch in Europa ging es für die meisten Finanzwerte abwärts, und der entsprechende Sektorindex war mit einem Abschlag von 2,1 Prozent der größte Verlierer der 18 Branchenindizes. In Frankfurt gerieten besonders für die Aktien der Hypo Real Estate und Commerzbank unter Druck. Beide Titel verloren über zwei Prozent. In London sackten Lloyds TSB und HBOS um rund drei Prozent ab, und in Madrid büßten BBVA 2,8 Prozent ein. Doch auch die Titel der Unternehmen, die stark von der Kauflaune der Verbraucher abhängig sind, gerieten unter Druck.

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