Lange Zeit lag der deutsche Leitindex Dax deutlich im Plus. Am späten Nachmittag aber drehte die Stimmung, bei Handelsschluss waren die Gewinne vollständig aufgebraucht. Schuld daran waren schwache US-Arbeitsmarktdaten und ein weiterer Ölpreisanstieg.
HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem zeitweise freundlichen Verlauf mit Verlusten geschlossen.Der Dax ging mit minus 0,17 Prozent auf 6 305,42 Zählern aus dem Handel. Der MDax verlor 2,57 Prozent auf 8 563,92 Zähler. Der TecDax büßte 2,55 Prozent auf 734,07 Punkte ein.
Angetrieben worden war der Markt lange Zeit von der Deutschen Bank
, die für das zweite Quartal wieder einen Gewinn zu erwartet und erklärte, zur Bewältigung der Finanzkrise kein frisches Kapital zu benötigen.Deutsche-Bank-Aktien stiegen um 3,9 Prozent. Größter Dax-Gewinner waren die Titel der Commerzbank
mit einem Plus von 4,8 Prozent. Schwächster Wert im deutschen Leitindex waren die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp mit einem Minus von 4,5 Prozent.
Die Wall Street notierte zum Handelsschluss in Europa im Minus. Der Dow-Jones-Index gab 0,3 Prozent nach und der der Technologie-Index Nasdaq
-Composite verlor 0,9 Prozent. Die zuletzt stark gebeutelten Bankenwerte setzten sich an die Dax-Spitze. Die Deutsche Bank
ist Spekulationen um ein schwaches zweites Quartal entgegen getreten und sieht keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung. Für das gerade abgelaufene Jahresviertel rechnet die Bank mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Das kam durchaus überraschend", sagte ein Händler. "Das hört sich an, als hätten sie die Mitteilung in der Schublade gehabt für schlechte Zeiten - und es kam jetzt genau richtig."
Commerzbank
-Titel stiegen um 4,8 Prozent, Postbank
-Papiere gewannen 2,08 Prozent. Laut einem Zeitungsbericht wollen die Allianz-Tochter Dresdner Bank und die Commerzbank
nach wie vor ein gemeinsames Gebot für die Postbank
abgeben.
Infineon
-Aktien standen zunächst ganz oben auf der Verkaufsliste. Die Titel gaben im Dax bis zu 6,6 Prozent auf 4,53 Euro nach, stabilisierten sich ein wenig und gingen mit einem Minus von 3,3 Prozent aus dem Handel. Damit setzen sich die starken Schwankungen der letzten Tage fort. Am Vortag hatten Infineon
zwölf Prozent verloren. Infineon
-Aktien hatten Anfang Juli 2000 ein Rekordhoch von 93,60 Euro aufgestellt - das Rekordtief liegt bei 4,08 Euro, erreicht am 23. März 2008.
Im MDax stiegen Aktien von Stada
um 3,58 Prozent und machten damit die Vortagsverluste wett. Börsianer verwiesen auf eine Empfehlung in der "Prior Börse". Bei den Technologiewerten belasteten ein Pressebericht und Platzierungen beziehungsweise entsprechende Gerüchte die Notierungen der Solaraktien.
Der Essener Handels- und Reisekonzern Arcandor
ist Marktspekulationen um eine Gewinnwarnung entgegengetreten. "Das ist kompletter Unfug", sagte ein Sprecher am Mittwoch. "Alle unsere Geschäfte laufen gut. Es gibt keinen Grund, von unseren Prognosen abzuweichen", ergänzte er. Die Arcandor
-Aktie erholte sich nach dem Dementi nur kurz und schloss 4,5 Prozent im Minus.
Unter dem Eindruck einer absehbar sinkenden staatlichen Förderung in Spanien haben die Solarwerte am Mittwoch weiter nachgegeben. "Es gibt ja Berichte, dass Spanien die Einspeisevergütungen für Solarstrom deutlich senkt", sagte LBBW-Analyst Stephan Droxner. "Das ist ein wichtiger Markt, und wenn das so kommt, wäre das ein Problem für die Branche." Großer Verlierer im Technologieindex waren Solon mit einem Minus von 10,74 Prozent. Lediglich Wirecard
verlor mit einem Minus von 16,59 Prozent deutlicher.

