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03.07.2008 
Sorge an den Kapitalmärkten

Ein explosives Gemisch

Der Ölpreis steigt und steigt; die Weltwirtschaft droht abzukühlen. Die Notenbanken müssen einspringen und die Leitzinsen erhöhen, um die rasant steigenden Inflationszahlen in den Griff zu bekommen. Das wiederum könnte die Aktienmärkte hart treffen. Noch hält sich der Dax über 6 000 Punkten. Noch.

Der Bär hat im Moment an der Börse das sagen. Foto: dpaLupe

Der Bär hat im Moment an der Börse das sagen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. "Es wird sehr darauf ankommen, was die EZB heute tut und was Trichet sagt", sagte ein Händler. Analysten zufolge wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent anheben. Börsianer schließen einen größeren Zinsschritt nicht aus. "Eingepreist haben die Märkte aber einen Viertelpunkt", sagte ein Händler. "Sollte es mehr werden, dürfte es erst mal negativ einschlagen." EZB-Chef Jean-Claude Trichet wird die Entscheidung ab 14 Uhr begründen.

Fast zeitgleich wird in Washington die Monatsstatistik zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht - wegen des Unabhängigkeitsfeiertages (4. Juli) einen Tag früher als üblich. Schon am Mittwoch hatten enttäuschende Daten zum US-Arbeitsmarkt die Erleichterung über Aussagen der Deutschen Bank zum zweiten Quartal überwogen und den Dax ins Minus gedrückt. Zinsentscheid und US-Arbeitsmarktdaten - ein explosives Gemisch.

Hinzu kommt der weiter steigende Ölpreis. Angesichts der andauernden Dollar-Schwäche und der iranisch-israelischen Spannungen ist er auf das nächste Rekordniveau gesprungen. Das Fass US-Leichtöl kletterte um 0,7 Prozent auf 144,57 Dollar, das Fass Brent verteuerte sich um ein Prozent auf 145,75 Dollar.

Schon gestern gerieten weltweit die Börsen nach einem vergleichsweise gutem Start kräftig unter Druck. Nach Handelsschluss in Europa hatten die US-Börsen ihre Verlust am Mittwoch noch ausgebaut. Der Dow-Jones-Index, der zuvor 0,3 Prozent niedriger notierte, verlor 1,5 Prozent, der Nasdaq-Composite verdoppelte seine Verluste im späten Geschäft auf minus 2,3 Prozent. Der S&P500-Index sackte um 1,8 Prozent ab.

Nachbörslich brachen die Aktien von Nvidia in New York um 20 Prozent ein, nachdem der Grafikchip-Hersteller eine Gewinnwarnung herausgegeben und diese mit der schwachen Nachfrage begründet hatte.

Und auch der Dax gerät am Morgen unter Druck. Der Dax-Future hat am Donnerstag im frühen Geschäft 37 Punkte auf 6 330 Zähler verloren. Banken und Broker sagten zur Eröffnung einen Rückgang des Dax um 0,5 Prozent auf 6 276 Punkte voraus. Technisch unterstützt ist der DAX am Jahrestief von 6 168 Punkten. Bei 6 400 Punkten liegt ein Widerstand. Experten befürchten, dass das Jahrestief schon bald getestet werden könnte.

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