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12.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 13:11 Uhr 
Marktbericht New York

Einzelhandel gibt Börsianern Hoffnung

Unerwartet starke Daten aus dem US-Einzelhandel haben die US-Börsen am Donnerstag im Plus schließen lassen. Das Milliarden-Übernahmeangebot der belgischen InBev für die Traditionsbrauerei Anheuser-Busch sorgte zusätzlich für gute Stimmung. Auch der Nasdaq lag leicht im Plus, obwohl die abgestürzte Yahoo-Aktie nach dem Scheitern der Übernahme durch Microsoft belastete.

Ein unerwartet starker Einzelhandel sorgt für steigende Kurse an der Wall Street. Foto: dpaLupe

Ein unerwartet starker Einzelhandel sorgt für steigende Kurse an der Wall Street. Foto: dpa

HB NEW YORK. Ein unerwartet starker US-Einzelhandel hat Börsianern am Donnerstag neue Hoffnung eingeflößt und den US-Aktienmärkten zu Gewinnen verholfen. Das Milliarden-Übernahmeangebot der belgischen InBev für die Traditionsbrauerei Anheuser-Busch verstärkte die Kauflaune auf dem Parkett. Einen Dämpfer erhielt die Zuversicht allerdings durch den Abbruch der Gespräche zwischen Yahoo und Microsoft: Yahoo-Papiere stürzten um zehn Prozent ab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann nach den kräftigen Vortagesverlusten 0,5 Prozent auf 12 142 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 12 076 und 12 269 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,3 Prozent auf 1340 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 2404 Punkte. Im frühen Handel waren die Kursgewinne angesichts einer Verbilligung des Öls um fast vier Dollar noch viel deutlicher ausgefallen - dann jedoch schoss der Ölpreis erneut in die Höhe.

Der Umsatz im US-Einzelhandel stieg auch dank des Konjunkturprogramms der US-Regierung 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten im Schnitt nur einen halb so kräftigen Anstieg erwartet. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die weltgrößte Volkswirtschaft, die zu etwa zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. Zu den Gewinnern an der Wall Street gehörten deshalb auch die meisten Papiere aus der Branche: Wal-Mart-Aktien legten 1,4 Prozent zu.

Anheuser-Busch kletterten um gut fünf Prozent. InBev will den US-Rivalen für mehr als 46 Mrd. Dollar übernehmen und dadurch zum weltgrößten Brauereikonzern aufsteigen. Der in St. Louis ansässige Anheuser-Busch-Konzern ist vor allem für seine Marke Budweiser bekannt.

Yahoo erklärte, die Verhandlungen mit Microsoft seien »  ergebnislos beendet worden. Der Softwareriese sei nicht mehr an einer Übernahme interessiert gewesen. Yahoo-Aktien fielen daraufhin auf den tiefsten Stand seit Ende Januar - damals hatte Microsoft sein Übernahmeangebot noch nicht vorgelegt. Microsoft-Titel dagegen legten um vier Prozent zu - Anleger waren offenbar erleichtert, dass der Konzern nicht zu viel Geld für eine Übernahme ausgibt. Wie Reuters erfuhr, steht Yahoo nun kurz vor einer Vereinbarung mit Google Suchanzeigengeschäft. Google-Aktien gewannen 1,4 Prozent.

Die Erholung des Aktienmarktes erfasste auch viele andere Branchen. Auch die Aktien großer Industriekonzerne wie Caterpillar und Boeing konnten mit Kursanstiegen von zwei beziehungsweise ein Prozent profitieren. Auch die gebeutelten Finanztitel konnten überwiegend zulegen: JPMorgan Chase legten 2,4 Prozent zu. Ausnahme waren hier jedoch die Titel von Lehman Brothers, deren Aktien gut vier Prozent an Wert einbüßten. Die mit massiven Abschreibungen kämpfende US-Bank hatte zuvor bekanntgegeben, sie werde ihren Finanzchef austauschen. Die Aktien des Mobilfunk-Zulieferers Qualcomm legten knapp sechs Prozent zu, nachdem das Unternehmen seine Umsatz- und Gewinnprognose für das dritte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr angehoben hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,33 Mrd. Aktien den Besitzer. 1628 Werte legten zu, 1496 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,26 Mrd. Aktien 1541 im Plus, 1309 im Minus und 124 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 37/32 auf 97-6/32. Sie rentierten mit 4,223 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 33/32 auf 93-24/32 und hatten eine Rendite von 4,769 Prozent.

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