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04.12.2008 
Aktien

Endspurt nach Einbruch in Wien

dpa-afx/apa WIEN. Die Wiener Börse hat den Handel am Donnerstag mit deutlichen Gewinnen beendet. Der ATX stieg um 53,19 Punkte oder 3,11 Prozent auf 1 762,97 Einheiten. Nach einem freundlichen Start war die Wiener Börse am Nachmittag nach einem teilweise negativ aufgenommenen Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) kurzfristig fast ins Minus gerutscht, konnte sich im Späthandel aber wieder in die Nähe der Tageshochs vorarbeiten.

Die EZB hatte eine Senkung der Leitzinsen um 75 Basispunkte angekündigt. Viele Experten hatten lediglich mit einem Zinsschritt um 50 Basispunkte gerechnet, an den Märkten war aber teilweise auf eine deutlich aggressivere Zinssenkung gesetzt worden. "Da haben viele offenbar noch mehr erwartet", sagte ein Aktienhändler.

Entsprechend gaben die europäischen Börsen unmittelbar nach der Ankündigung der EZB um 13.45 Uhr zeitweise deutlich nach, viele Märkte drehten sogar in die Minuszone. In weiterer Folge konnten sich die meisten Börsen aber von ihren Tagestiefs wieder erholen.

Die Gewinne zogen sich in Wien durch alle Branchen. Alle ATX-Schwergewichte konnten zulegen. So schlossen Erste Group nach einem kurzen Abrutschen ins Minus mit einem Plus von 7,94 Prozent auf 17,00 Euro. Raiffeisen International legten 2,60 Prozent auf 20,16 Euro zu. Vienna Insurance stiegen nach einer Empfehlung von JP Morgan um 8,48 Prozent auf 22,89 Euro. Die Analysten von JP Morgan hatten ihr Kursziel für die Aktie von 28 auf 32 Euro erhöht und ihre Empfehlung "Overweight" bestätigt.

Gute Nachfrage gab es auch in Intercell, Die Aktie des Impfstoffherstellers legte 5,09 Prozent auf 22,70 Euro zu. Wienerberger gewann 3,27 Prozent auf 11,36 Euro und fand sich ebenfalls unter den größeren Gewinnern.

Zu den Aktien im Fokus zählten am Donnerstag auch die der Austrian Airlines (AUA) . Die Aktie schloss nach dem Kurssprung von fast 40 Prozent vom Vortag unverändert bei 3,70 Euro. Am Mittwoch hatte die Lufthansa für das geplante Übernahmeangebot an den AUA-Streubesitz einen Kurs von 4,44 Euro in Aussicht gestellt.

"Es ist verwunderlich, dass die AUA nicht höher notiert", sagte ein Händler angesichts der genannten Höhe des Angebots. "Die große Frage ist aber noch, ob die EU den Deal genehmigt." Auch andere Marktteilnehmer begründeten die Differenz zum angekündigten Übernahmepreis mit den verbliebenen Unsicherheiten vor der endgültigen Fixierung des Deals.

Unter den wenigen Verlierern fanden sich am Donnerstag Schoeller-Bleckmann mit einem Minus von 5,86 Prozent auf 24,10 Euro. größter Verlierer im Prime Market waren bei geringen Umsätzen Head (minus 12,50 Prozent auf 0,35 Euro). größter Gewinner waren bei einem Mini-Umsatz von zehn gehandelten Aktien Century Casinos (plus 12,00 Prozent auf 0,84 Euro).

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