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13.05.2008 
Folgen der Naturkatastrophe

Erdbeben trifft Chinas Wirtschaft

Nach dem schweren Erdbeben in China hat die Regierung die Schließung von Förderstätten und Industrieanlagen angeordnet. An der Shanghaier Börse wurden zahlreiche Aktien vom Handel ausgesetzt. Vor allem Versicherer gerieten unter Abgabedruck. Experten äußerten die Befürchtung, das Beben könne den Inflationsdruck weiter erhöhen. Auch Einschätzungen zu den Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum liegen mittlerweile vor.

Das schwere Erdbeben im Südwesten Chinas hat die Börse in Shanghai am Dienstag ins Minus gezogen. Foto: ap.Lupe

Das schwere Erdbeben im Südwesten Chinas hat die Börse in Shanghai am Dienstag ins Minus gezogen. Foto: ap.

HB PEKING/SHANGHAI. Nach dem schweren Erdbeben in China hat die Regierung Sicherheitsüberprüfungen für Kohlbergwerke, Chemieanlagen und Gaswerken angeordnet. Die Behörde für Arbeitssicherheit erklärte am Dienstag auf ihrer Webseite, der Betrieb müsse umgehend eingestellt und die Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden.

Die Behörde äußerte sich nicht dazu, wie groß die Schäden an den Fabriken sind. Der größte Stromversorger des Landes erklärte, mindestens Elektrizitätswerke und acht Umspannwerke seien ausgefallen.


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In der Stadt Shifang nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu stürzten zwei Chemiewerke ein, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Hunderte Menschen wurden unter den Trümmern verschüttet, mehr als 80 Tonnen giftiges Ammoniak traten aus. Rund 600 Menschen kamen ums Leben. Allerdings berichtete Xinhua nicht, ob die Todesfälle auf das Beben oder die Chemikalien zurückzuführen waren.

Toyota und andere japanische Unternehmen mit Werken im Erdbebengebiet stellten die Produktion vorübergehend ein. Toyota erklärte, die Produktion im Werk von Sichuan ruhe bis zum Mittwochmorgen. Bisher habe man bestätigen können, dass 1 200 der 1 600 Mitarbeiter dort in Sicherheit seien. Der Autobauer stellt in Sichuan jährlich rund 13 000 Fahrzeuge her. Auch Yamaha und Fujitsu stellten ihr Produktion in der Stadt Chengdu ein.

Die beiden Börsen des Landes stellten am Dienstag den Handel mit Papieren von 66 Unternehmen ein, die ihren Sitz im Katastrophengebiet haben.

Der SSE Composite schloss als einziger asiatischer Leitindex leichter. Er ging mit 3 560 Punkten und einem Abschlag von 1,84 Prozent aus dem Handel, nachdem er zu Handelsbeginn gar 3,3 Prozent abgerutscht war.

Vor allem die Versicherer verbuchten Verluste. Mehrere Brokerhäuser äußerten die Befürchtung, das Beben könne den Inflationsdruck in China noch erhöhen.

Die Börse in Hongkong schloss nach positiven Vorgaben aus den USA im Plus. Der Hang Seng Index stieg um knapp zwei Prozent auf 25.552 Punkte. Der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland legte 2,3 Prozent zu.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

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