Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum wurden jedoch eher gering eingeschätzt.
So geht aus einem aktuellen Report der Analysten von Merrill Lynch hervor, dass das Erdbeben in Südwestchina wahrscheinlich keine größeren Auswirkungen auf die Konjunktur des Landes bzw. dessen Wirtschaftspolitik haben dürfte.
Die Auswirkungen dürften geringer sein als jene aus dem Schneesturm zu Beginn des Jahres. Das Beben betreffe anders als der Schneesturm einen kleineren Teil des Landes. In einigen Teilen Chinas könnten aber als Folge des Bebens Inflationssorgen neue Nahrung erhalten. Der Grund: Mögliche Versorgungsengpässe als Resultat unterbrochener Transportwege.
Die Agrarproduktion dürfte dagegen allenfalls kleine Auswirkungen zu spüren bekommen. Die Währung des Landes dürfte wenn überhaupt nur minimale Folgen zu spüren bekommen, da sich das Beben in einem Teil Chinas ereignet habe, der für den Außenhandel vernachlässigbar sei.
In der hauptsächlich betroffenen Provinz „Sichuan“ handele es sich um kein Zentrum des Verarbeitenden Gewerbes und „Sichuan“ trage nur 3,9 Prozent des Brutto-Inlandprodukts bei.
Dennoch stellt das Beben eine Herausforderung für die kommunistische Regierung dar. Sie stützt ihr Mandat darauf, dass sie die Ordnung aufrechterhält, für wirtschaftliches Wachstum sorgt und in Katastrophenfällen Hilfe leistet. Sie musste angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele, der Unruhen in Tibet und hoher Inflation rasch reagieren.
Das Beben in der Provinz Sichuan vom Montag hatte eine Stärke von 7,9 erreicht. Mindestens 10.000 Menschen kamen ums leben. Das Erdbeben war das folgenschwerste in China seit 1976. Damals wurden in der Stadt Tangshan in der Nähe von Peking 240 000 Menschen getötet.
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