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16.08.2007 
Aktienbörsen droht der Ausverkauf

„Es herrscht eine Verkaufspanik“

von unseren Korrespondenten aus Düsseldorf, Frankfurt, New York, Tokio, Peking und Delhi

Im Zuge der US-Kreditkrise geraten die Börsen weltweit immer stärker in einen Abwärtsstrudel, der sich zudem ständig selbst verstärkt: Händler beobachten seit Tagen den Trend, dass Anleger niedrigere Kurse nicht mehr, wie in den vergangenen vier Jahren, zum Einstieg auf ermäßigtem Niveau nutzen.

Die Börsen sind auf Talfahrt. Quelle: ReutersLupe

Die Börsen sind auf Talfahrt. Quelle: Reuters

HB DÜSSELDORF. „Kursverluste entfachen immer neue Sorgen, dass die Immobilienkrise ausufert und neue Pleiten bekannt werden“, sagt ein Frankfurter Händler. Auf der anderen Seite sind höhere Kurse das Signal, erneut Aktien abzustoßen, anstatt wie bisher auf den fahrenden Börsenzug aufzuspringen.

So fiel der Dax am Donnerstag zeitweise deutlich unter die Marke von 7 300 Punkten. Zuvor waren etliche asiatische Börsen eingebrochen. Südkoreas Kospi-Index fiel um sieben Prozent und erlebte den größten Absturz seit 2002. Indonesiens Börse sah mit acht Prozent den schärfsten Kollaps seit der Asienkrise. Selbst die Börse Shanghai, die dem weltweiten Einbruch zwei Wochen getrotzt hatte, gab um zwei Prozent nach. „Es herrscht eine Verkaufspanik“, beschreibt Tempelton-Fondsmanager Mark Möbius die Stimmung an Asiens Märkten.

In Großbritannien sackte der FTSE-100-Index zum ersten Mal seit März unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten. „Die Investoren sind so nervös, dass keiner mehr die fundamentalen Daten beachtet“, wundert sich Martin Slaney von GFT Global Markets. Damit wurde in den vergangenen Wochen an den Weltbörsen Kapital in Billionenhöhe vernichtet. Allein beim Dax hat es seit dem Höhepunkt der langjährigen Hausse im Juli Gesamtverluste von knapp 100 Mrd. Euro gegeben.


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Auch am Donnerstag schürten neue Hiobsbotschaften die Angst unter den Investoren. So musste der größte Immobilienfinanzierer der USA, Countrywide, 11,5 Mrd. Dollar aufnehmen, um weitere Kredite zu finanzieren und so einen drohenden Konkurs abzuwenden. Die Krise am US-Immobilienmarkt hat bereits mehrere Hypothekenfinanzierer sowie Fondsgesellschaften in Schieflage gebracht. Steigende Zinsen und fallende Häuserpreise treiben nach dem Ende eines jahrelangen Booms die Ausfallraten bei Baufinanzierungskrediten nach oben. Zugleich wurde bekannt, dass in den USA die Zahl der Wohnbaubeginne im Juli um 6,1 Prozent gesunken ist und damit den tiefsten Stand seit zehn Jahren erreicht hat. Um den Geldmarkt zu stützen, pumpten am Donnerstag die Notenbanken der USA und Japans erneut Liquidität in den Markt.

„Die Aktienmärkte dienen für viele Investoren, darunter Hedge-Fonds, aber auch Banken, dazu, sich Liquidität zu beschaffen. Das erfordert Verkäufe“, sagt Kai Franke, Leiter für Anlagepolitik im Privatkundengeschäft der BHF-Bank. Mit ihren wiederholen Eingriffen in den Geldmarkt hätten die Notenbanken klar signalisiert, wie schlecht es weltweit um die Liquidität bestellt sei, sagt Franke. „Das Thema wird uns noch ein paar Wochen beschäftigen und kann den Dax unter die 7 000-Punkte-Marke drücken.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wann Fondsmanager wieder einsteigen wollen.

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