dpa-afx PARIS/LONDON. Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben die europäischen Aktienbörsen am Mittwoch an ihrem ersten Handelstag im neuen Jahr auf Talfahrt geschickt. Händler verwiesen auf den ISM-Einkaufsmanagerindex in den USA, der unter die Expansionsschwelle und auf den niedrigsten Stand seit April 2003 gefallen ist. Lediglich der "Footsie" in London konnte die Verluste mit Hilfe neuer Übernahmefantasien im Finanzsektor etwas begrenzen.
Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor bis zum Abend 1,35 Prozent auf 4 340,16 Zähler. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 fiel um 1,32 Prozent auf 3 635,20 Punkte. Der Euronext
100 gab 1,03 Prozent auf 984,85 Zähler ab. In Paris verlor der CAC 40 1,14 Prozent auf 5 550,36 Punkte. Der Londoner Ftse 100 sank um 0,62 Prozent auf 6 416,70 Zähler.
Titel von Alliance & Leicester
kletterten bis zum Abend um 16,36 Prozent auf 754,00 Pence nach oben und setzten sich damit an die Spitze des Ftse 100 . Einem Bericht der "Financial Times" zufolge schließt die Banco Santander
Central Hispano (Bsch) nicht aus, die Übernahmeverhandlungen mit dem britischen Wettbewerber wieder aufzunehmen.
Das weiter hohe Niveau des Ölpreises sowie Nachrichten aus dem Sektor trieben die Notierungen von Rohstoffwerten an. Aktien von BP
verteuerten sich um 0,24 Prozent auf 616,50 Pence. Der Mineralölkonzern hat den Steuerstreit mit dem US-Bundesstaat Alaska beigelegt. Aktien von Royal Dutch Shell gewannen 0,66 Prozent auf 2 125,00 Pence. Der Ölkonzern will weite Teile seiner IT auslagern. Dazu werden Verhandlungen mit T -Systems,
EDS und AT & T
geführt. Die geplante Auslagerung ist Teil eines Programms, mit dem Shell seine Kosten um jährlich 500 Mill. Dollar senken will. Repsol
-YPF
stiegen im Eurostoxx 50 um 1,31 Prozent auf 24,70 Euro.
Titel von Thomson sanken hingegen um 5,24 Prozent auf 9,22 Euro. Goldman Sachs
hat die Bewertung der Aktien des Elektronik-Konzerns mit "Neutral" und einem Kursziel von 11,00 Euro gestartet. Die Papiere näherten sich zwar ihrem Rekordhoch, seien aber wegen der Abhängigkeit vom US-Konsum weiterhin nicht attraktiv genug, so die Experten.
Vinci
-Titel
verloren 4,24 Prozent auf 48,50 Euro. Das französische Bauunternehmen hat einen 3,3-prozentigen Anteil an dem Pariser Flughafenbetreiber ADP
für 229 Mill. Euro erworben. ADP
-Aktien
schossen um 10,30 Prozent auf 77,21 Euro hoch.
Die Börse in Moskau bleibt wegen der Neujahrs- und orthodoxen Weihnachtsferien bis einschließlich 8. Januar geschlossen.

