dpa-afx PARIS/LONDON. Nach zwei Tagen mit Verlusten sind die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Börsianer verwiesen auf den unter die Marke von 144 Dollar gesunkenen US-Ölpreis. Der Preis für das schwarze Gold war nach einem überraschend kräftigen Anstieg der US-Rohölbestände gesunken.
Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 konnte um 0,47 Prozent auf 3 295,28 Punkte zulegen. Der Stoxx 50 gewann 0,40 Prozent auf 2 846,73 Zähler. Der französische CAC-40-Index legte um 0,76 Prozent auf 4 365,87 Punkte zu. Der Londoner Ftse 100 schloss sogar mit einem Plus von 0,97 Prozent auf 5 371,80 Zähler.
An die Spitze des Eurostoxx 50 stiegen die Titel von Arcelormittal mit plus 3,16 Prozent auf 51,84 Euro und folgten der weltweit festen Tendenz der Stahltitel. Zudem meldete der Konzern einen Zukauf in Brasilien. Für insgesamt 810 Mill. Dollar übernimmt der weltgrößte Stahlhersteller den Eisenerzförderer London Mining Brasil von dessen in Oslo gelisteten Mutter.
Total
standen mit mit plus 2,56 Prozent auf 49,05 Euro ebenfalls hoch im Kurs. Händler verwiesen auf den zwischenzeitlichen erneuten Anstieg der Ölpreise. Sie hatten am Vormittag infolge des wieder schwächeren Dollar zugelegt. Tullow
Oil drangen in London mit plus 6,84 Prozent auf 749,16 Pence ins Spitzenfeld des "Footsie" vor. UBS
hatte den Titel von "Neutral" auf "Buy" angehoben, allerdings das Kursziel von 1 050 auf 950 Pence gesenkt. Die derzeitige Kursschwäche biete angesichts der Aktienbewertung eine attraktive Einstiegsgelegenheit, schrieb Analyst Adrian Wood. Zudem seien auf kurze Sicht weitere erfolgreiche Öl-Bohrungen möglich An der Indexspitze des "Footsie" lagen Rio Tinto
mit plus 7,43 Prozent auf 4 956 Pence.
Die Titel der europäischen Einzelhändler zeigten sich uneinheitlich. Unilever
drehten nach anfangs deutlichen Verlusten mit 0,10 Prozent auf 19,09 Euro zum Handelsschluss doch noch ins Plus. Carrefour
hingegen fielen um 3,09 Prozent auf 34,83 Euro und bauten im Handelsverlauf ihre Verluste aus. Händler verwiesen auf enttäuschende Nachrichten aus dem entsprechenden US-Sektor am Vortag.
Der Telekomausrüster Ericsson
und Stmicroelectronics
wollen bei der Entwicklung neuer Mobilfunk-Chips zusammenarbeiten. Geplant sei, den Ericsson
-Bereich "Mobile Plattformen" mit der Stmicro-Tochter ST-NXP zu bündeln, teilte Ericsson
am Mittwoch in Stockholm mit. Die fusionierten Geschäftsbereiche kommen mit knapp 8 000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von 3,6 Mrd. Dollar. Ericsson
-Aktien stiegen in Stockholm um 0,46 Prozent auf 65,80 schwedische Kronen. Stmicroelectronics
gewannen 2,43 Prozent auf 8,30 Euro.
In London stiegen Michael Page
um 9,32 Prozent auf 362,88 Pence. Adecco
legten in Zürich um 1,43 Prozent auf 50,45 Franken zu. Der britische Fachkräftevermittler sträubt sich weiterhin gegen die geplante Übernahme durch Adecco
. Der bisher gebotene Preis von 400 britischen Pence je Aktie oder insgesamt knapp 2,7 Mrd. Schweizer Franken ist laut Michael-Page-Chef Steve Ingham zu niedrig.

