Aufatmen in New York: Drastische Kursgewinne im späten Handel haben den US-Börsen am Mittwoch erstmals seit Tagen wieder zu einem freundlichen Schluss verholfen. Vor allem die zuletzt gebeutelten Banken-Aktien legten zum Teil zweistellig zu. Händler zeigen sich zaghaft optimistisch. Doch Experten warnen.
Mehr und mehr setzt sich unter Marktteilnehmern die Meinung durch, dass die Flutung des Kapitalmarktes mit billiger Liquidität kein Allheilmittel darstellt. Foto: ap.
HB NEW YORK. Der New Yorker Aktienmarkt hat sich nach einem weiteren Kurseinbruch zu Beginn des Handels erholt und mit einem Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu auf seinem Tageshoch um 2,5 Prozent im Plus bei 12.270 Punkten. Im Verlauf war er noch bis auf 11.644 Stellen abgesackt.
Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,1 Prozent auf 1338 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,1 Prozent auf 2316 Punkte. Auch dies lag nahe am Tageshoch, nachdem einem Tagestief von 2202 Zählern.
Der Dax hatte 4,9 Prozent tiefer geschlossen. Zu dem Zeitpunkt lagen die US-Börsen noch deutlich im Minus.
Nach der kräftigen US-Zinssenkung vom Dienstag gebe es wieder leichten Optimismus, sagten Händler. Vor allem die zuletzt gebeutelten Banken-Aktien legten zum Teil zweistellig zu. Dabei war wohl nicht späte Euphorie angesichts der Zinssenkung der Grund für den Umschwung. Vielmehr trugen Gerüchte über bevorstehende Finanzspritzen für Versicherer von Anleihen dazu bei. Konkret ging es um ein Treffen zwischen Banken und Versicherungsaufsicht in New York, das Hoffnungen auf ein Rettungspaket für die Bondversicherer weckte.
Den Großteil des Tages hatten die Indizes bis zu drei Prozent im Minus gelegen, nachdem schwache Prognosen von Apple
und Motorola
sowie weiterbestehende Rezessionsängste die Stimmung gedrückt hatten.
Den Finanztiteln half das Gerücht über eine bevorstehende Finanzspritze und die kräftige Zinssenkung der US -Notenbank vom Dienstag um 75 Basispunkte. Der S&P-Finanzindex stieg um 6,8 Prozent. Die Papiere des Anleihe-Versicherers Ambac
legten 63 Prozent zu, nachdem sie schon am Dienstag um rund 30 Prozent gestiegen waren. Aktien von Merrill Lynch
gewannen 7,1 Prozent, Citigroup
7,8 Prozent, Bank of America
8,8 Prozent und Wachovia
11,2 Prozent. Bank of America
und Wachovia
hatten am Dienstag über drastische Gewinnrückgänge im Zuge der Hypotheken- und Kreditmarktkrise berichtet.
Apple
-Aktien fielen um 10,6 Prozent, nachdem sie zeitweilig fast 20 Prozent schwächer notiert hatten. Der Konzern hat vor Weihnachten unerwartet wenige iPods verkauft und blickt nicht ganz so optimistisch ins neue Jahr wie erhofft. Die Papiere von Motorola
schlossen 18 Prozent tiefer. Der angeschlagene Handy-Hersteller hatte für das erste Quartal einen Verlust ankündigt. Unter den Prognosen litten auch andere Tech-Werte wie Google,
die 6,1 Prozent fielen.
Pfizer
-Aktien stiegen um 2,9 Prozent, Der Gewinn des Pharmakonzerns war nicht so deutlich wie erwartet gesunken. An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,8 Milliarden Aktien den Besitzer. 2354 Werte legten zu, 848 gaben nach und 48 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,64 Milliarden Aktien 1779 im Plus, 1159 im Minus und 98 unverändert.
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