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05.09.2008 
Marktbericht

Dax: Die Angst an der Börse nimmt zu

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach der Bekanntgabe von schwachen US-Arbeitsmarktdaten seine Verluste noch einmal ausgeweitet und ist vorübergehen unter die 6 100-Punkte-Marke gefallen. Letztlich schloss der Dax auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Börsianer erwarten keine Besserung. Im Gegenteil: Technische Analysten sehen beim deutschen Leitindex bereits die 6 000-Punkte-Marke in Gefahr.

Skeptischer Blick: Skontroführer Dirk Müller beobachtet in der Börse in Frankfurt die Kurse. Foto: dpaLupe

Skeptischer Blick: Skontroführer Dirk Müller beobachtet in der Börse in Frankfurt die Kurse. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 2,42 Prozent auf 6 127,44 Zähler ins Wochenende und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Im Wochenverlauf hatte der deutsche Leitindex 4,59 Prozent verloren, am Dienstag war er noch auf 6 553,90 Zähler gestiegen.

Die US-Arbeitslosenzahlen für den vergangenen Monat hätten die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagten Aktienhändler. Die Daten seien ein großer Stimmungsdämpfer für den Markt. Die Zahl der Beschäftigten in den USA außerhalb der Landwirtschaft sank im August stärker als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent nach 5,7 Prozent im Vormonat. Ins Auge steche vor allem der starke Anstieg der Arbeitslosenquote, erklärten Volkswirte. "Das ist schon ziemlich massiv", sagte Thomas Amend, Analyst bei HSBC Trinkaus. "Es zeigt, dass die Unternehmen bei den Neueinstellungen vorsichtig sind. Das stimmt nicht gerade euphorisch für die US-Konjunktur."

Bereits im frühen Handel hatte der deutsche Leitindex erneut kräftige Verluste hinnehmen müssen, nachdem der Leitindex schon am Vortag fast drei Prozent auf 6 279 Punkte verloren hatte. Das Börsenbarometer folgte damit den schwachen Vorgaben aus den USA und Asien.

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Die Börsianer ließen sich weiter von der schwachen Kursentwicklung an den US-Börsen und den asiatischen Märkten beeindrucken. "Nachrichten gibt es praktisch nicht, so dass wir weiter die Wall-Street-Vorgaben einarbeiten", sagte ein Marktteilnehmer. Nach Börsenschluss in Deutschland hatte der Dow-Jones-Index noch um 0,8 Prozent nachgegeben, der S&P-500-Index war noch einmal um ein Prozent zurückgegangen. Auch die Entwicklung am japanischen Aktienmarkt belastet die Stimmung. Dort hatten nach dem Höhenflug des Yen gegenüber dem Euro die Exportwerte, aber auch die Finanzaktien unter Abgabedruck gestanden. Viele Hedge-Fonds zögen ihre Gelder von den Aktienmärkten ab, erklärte ein Händler. "Alle anderen versuchen, möglichst nichts zu tun."

Als weiterer Anlass für den Rückschlag muss unter anderem die Europäische Zentralbank herhalten. Diese hatte am Donnerstag die Inflationsgefahren betont, außerdem fordert sie von den Banken nun höhere Risikoabschläge bei den hinterlegten Sicherheiten für die Kreditbeschafffung. Die Börsianer seien auf Grund dieser Aussagen derzeit für die europäische Wirtschaft extrem negativ eingestellt. "Da die EZB gestern keine Zinssenkungssignale gegeben hat, wird sich daran so schnell nichts ändern", sagte ein Analyst. Zu dem Kursrutsch beitragen würden aber auch technische Faktoren. "Als der Dax die charttechnische Marke von 6 216 unterschritt, wurden Stopp-Loss-Orders ausgelöst", sagte ein Händler.

Sollte der Dax die Unterstützungslinie bei 6 160 Punkten nachaltig unterschreiten, wäre ein Test des Jahrestiefs vom Juli bei knapp 6 000 Punkten wahrscheinlich, heißt es im Handel. "Die Baisse ist hartnäckig", sagte eine Händlerin mit Blick auf die neue Abwärtswelle, die den Dax seit Donnerstagnachmittag erfasst hat. Viele Fondsmanager hätten auf den Abschwung am Donnerstag im späten Geschäft nicht mehr reagiert und bauten nun Bestände ab.

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