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05.03.2008 
US-Börsen

Konjunkturdaten retten die Wall Street

Die positiven Konjunkturdaten und der hohe Ölpreis haben den heftigen Kursverlust des Bondversicherers Ambac ausgeglichen. Inbesondere die Energieunternehmen gehörten zu den Gewinnern an der Wall Street, nachdem der Ölpreis einen neuen Rekord durchbrochen hatte.

Durch Ambacs für die Anleger enttäuschende Kapitalerhöhung drehten die US-Börsen zwischenzeitlich ins Minus. Foto: dpaLupe

Durch Ambacs für die Anleger enttäuschende Kapitalerhöhung drehten die US-Börsen zwischenzeitlich ins Minus. Foto: dpa

Die US-Börsen haben am Mittwoch angesichts positiv aufgenommener Konjunkturdaten und eines höheren Ölpreises Kursgewinne verzeichnet. Energiewerte gehörten zu den Gewinnern an der Wall Street, nachdem der Ölpreis deutlich gestiegen war. Eine milliardenschwere Kapitalerhöhung des Anleiheversicherers Ambac wurde dagegen als Enttäuschung bewertet und belastete die Kurse von Finanzinstituten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 12.254 Punkten, das entspricht einem Plus von 0,34 Prozent. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 12.349 und 12.140 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,53 Prozent auf 1333 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,55 Prozent auf 2272 Punkte. Der deutsche Leitindex Dax ging mit einem Plus von 2,12 Prozent bei 6683 Punkten aus dem Handel.

"Anstatt eine Gruppe von Banken ihr aus der Patsche hilft, legt die Ambac einen Prospekt für eine Kapitalerhöhung vor - und das ist nicht das, was der Aktienmarkt erwartet hat", sagte Tim Smalls vom Handelshaus Execution. Ambac will mindestens 1,5 Milliarden Dollar frisches Geld an der Börse einnehmen und damit seine Kapitalbasis stärken. So hofft das Unternehmen, eine drohende Herabstufung seines Ratings zu vermeiden. Die Aktien gaben kräftig nach und schlossen mit einem Minus von 18,84 Prozent. Auch die Papiere des Konkurrenten MBIA verloren 5,39 Prozent.

Eine hohe Einstufung von Anleiheversicherern gilt als wichtig, um weitere Abschreibungen bei Banken zu vermeiden. Die Papiere der Bank of America verloren in der Folge 1,55 Prozent, die Anteilsscheine von JPMorgan gaben 1,28 Prozent nach.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Positive Konjunkturnachrichten

Positiv wurden dagegen Konjunkturnachrichten aufgenommen. Das nicht-verarbeitende Gewerbe in den USA bremste seine Talfahrt etwas ab. Zu dem Sektor werden unter anderem Versorger, Dienstleister, die Baubranche, der Gesundheitssektor und das Forstgewerbe gezählt. Der gestiegene ISM-Einkaufsmanager-Index für den Sektor deute darauf hin, dass es einige Stärken gebe, und dass sich das Wachstum der Wirtschaft hoffentlich wieder beschleunige, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments. Daten zur Lage am Arbeitsmarkt wurden dagegen kaum beachtet. Der Stellenzuwachs in den USA ist der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge so schwach wie seit fast fünf Jahren nicht mehr und blieb deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl legte knapp fünf Dollar auf 104,50 Dollar zu und erreichte zeitweise ein Rekordhoch bei 104,95 Dollar. Die Minister der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatten zuvor die Förderung gleich behalten. Das verhalf Ölkonzernen zu Kursgewinnen: Die Chevron-Papiere gewannen 2,38 Prozent, die Titel des Öldienstleisters Schlumberger gewannen 3,9 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1870 Werte legten zu, 1262 gaben nach und 72 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,22 Milliarden Aktien 1517 im Plus, 1365 im Minus und 116 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 98-09/32. Sie rentierten mit 3,708 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 46/32 auf 96-7/32 und hatten eine Rendite von 4,609 Prozent.

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