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09.09.2008 
Marktbericht: Börse New York

Lehman lässt US-Börsen taumeln

Sorgen um die Zahlungsfähigkeit der angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers haben am Dienstag die Wall Street belastet. Die Aktien des Instituts brachen bis Handelsschluss um 45 Prozent ein. Händler befürchteten darauf weitere Turbulenzen im US-Finanzsektor und Probleme für die Weltwirtschaft. Aber auch schlechte Zahlen vom US-Häusermarkt drückten die Stimmung.

Schatten über der Wall Street: Die US-Börsen wurden von Lehman in die Tiefe gerissen. Foto: dpaLupe

Schatten über der Wall Street: Die US-Börsen wurden von Lehman in die Tiefe gerissen. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 2,4 Prozent auf 11 230 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor sogar 3,4 Prozent auf 1224 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 2,6 Prozent auf 2209 Punkte ein.

Die Anteilsscheine von Lehman brachen um 45 Prozent ein auf den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren - der größte Tagesverlust in der Geschichte der viertgrößten US-Investmentbank. Analysten führten den Einbruch auf zunehmende Angst zurück, dass der Bank die dringend benötigte Kapitalspritze versagt bleiben könnte. „Der Markt befürchtet, dass keiner Geld in das Unternehmen stecken will“, sagte Nick Kalivas von MF Global Research. Zuvor hatte es einen Bericht gegeben, wonach Gespräche Lehmans mit der staatlichen Korea Development Bank (KDB) beendet worden seien. Ein Sprecher der koreanischen Finanzmarktaufsicht erklärte zwar, der Behörden-Chef habe entgegen der Darstellung keine entsprechende Äußerung gemacht. Händler konnte das jedoch nicht beruhigen.

Die Euphorie nach der Verstaatlichung der US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae hielt somit nur einen Tag an. „Das Hilfsprogramm für Fannie Mae und Freddie Mac konnte keine Entwarnung geben“, sagte Alan Lancz von Alan B. Lancz & Associates. So brachen die Papiere des weltgrößten Versicherers American International Group um knapp zwanzig Prozent ein. Auch schlechte Nachrichten vom Häusermarkt belasteten die Wall Street. Einem Bericht zufolge ist die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser im Juli um 3,2 Prozent gefallen. Von Reuters befragte Experten hatten nur mit einem Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet. Daraufhin gaben unter anderem die Aktien des Luxus-Hausbauers Toll Brothers 8,4 Prozent nach.

Der Ölpreis fiel um über vier Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete zum Handelsschluss in New York nur noch 102 Dollar. Energietitel gaben nach, allein die Papiere des Branchenriesen Exxon Mobile verloren 4,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,64 Mrd. Aktien den Besitzer. 383 Werte legten zu, 2792 gaben nach und 61 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,58 Mrd. Aktien 535 im Plus, 2314 im Minus und 100 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen um 28/32 auf 103-13/32 zu. Sie rentierten mit 3,589 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 51/32 auf 105-12/32 und hatten eine Rendite von 4,181 Prozent.

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