Hoffnung auf ein Anziehen der US-Wirtschaft haben den Börsen im Asien am Freitag Gewinne beschwert. Nach den überraschend positiven US-Konjunkturdaten legten vor allem Exportwerte zu. Auch asiatische Finanztitel gehörten wie ihre US-Kollegen am Vortag zu den Gewinnern.
HB TOKIO/HONGKONG. Durchwachsen fielen dagegen einige Unternehmenszahlen aus, vor allem der Elektronikkonzern Fujifilm enttäuschte. In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,4 Prozent auf 13 072 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,9 Prozent im Plus bei 1254 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten fester.
In New York hatten die Börsen aufgrund einer unerwartet deutlichen Erholung der US-Wirtschaft im Frühjahr freundlicher geschlossen. Das US-Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal dank höherer Konsumausgaben und gestiegener Exporte mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent gewachsen. Daraufhin legte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 1,85 Prozent auf 11 715 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,48 Prozent auf 1300 Zähler. Der Nasdaq
-Composite gewann 1,22 Prozent auf 2411 Punkte.
Vor allem exportabhängige Unternehmen, die oft einen Großteil ihrer Waren auf dem US-Markt verkaufen, profitierten von den positiven Vorgaben aus Amerika. Die Papiere des Elektronikkonzerns Canon
legten 3,3 Prozent zu. Auch die Aktien des weltgrößten Autobauers Toyota
, der am Donnerstag seine Absatzprognose für 2009 gesenkt hatte, gewannen 3,3 Prozent. Der Kurs von Nintendo
schoss sogar 8,4 Prozent nach oben. Der Videospiele-Hersteller hatte aufgrund guter Verkaufszahlen seine Jahresprognose angehoben.
Auch Finanzwerte zogen im Sog der Wall Street an, wo die in den vergangenen Monaten arg gebeutelten Hypothekengiganten Fannie Mae
und Freddie Mac
sowie der Anleiheversicherer MBIA
Kurssprünge verzeichnet hatten. Die Papiere von Japans größter Bank Mitsubishi UFJ
Financial
kletterten um 3,6 Prozent, Nummer zwei Mizuho Financial
Group gewann knapp vier Prozent. "Mit den guten Zahlen zum US-BIP und den kräftigen Kursgewinnen von Fannie und Freddie sind die Sorgen der Anleger vorerst geringer geworden", sagte Börsenexperte Norio Shimura von Chuo Securities.
Zu den Verlieren gehörte dagegen Fujifilm. Der Elektronikkonzern verfehlte wegen hoher Umstrukturierungs- und Rohstoffpreise seine Gewinnziele und senkte seinen Ausblick. Die Fujifilm-Aktie stürzte daraufhin um 12,4 Prozent ab. Die Papiere der Aozora Bank gaben nach einer Verlustwarnung 2,3 Prozent nach.
Der Euro tendierte in Fernost kaum verändert. Zum Dollar lag die Gemeinschaftswährung bei 1,4735 Dollar. Auch zur japanischen Währung zeigte der Euro mit einem Kurs von 160,81 Yen wenig Bewegung. Der Dollar gab zum Yen etwas nach auf 109,11 Yen.

