Durch den weiteren Rückgang des Ölpreises ist der Dax am Mittwoch kurz vor Handelsschluss doch noch ins Plus gedreht. Zuvor hatte das Auftragsminus der deutschen Industrie im Juni Ängste vor einer Rezession in Deutschland geschürt. Größter Verlierer waren die Papiere der Commerzbank.
HB FRANKFURT. Der Dax zog in der letzten Handelsstunde an, nachdem der Ölpreis nach unerwartet stark gestiegenen US-Lagerbeständen am Nachmittag deutlich unter Druck geriet. Zum europäischen Handelsschluss lag der Preis für ein Fass US-Leichtöl 1,5 Prozent im Minus bei 117,25 Dollar. Das hob die Laune an den Börsen: der europäische Stoxx50 legte 0,6 Prozent auf 2918 Punkte zu.
Größter Verlierer im Dax waren mit einem Minus von 1,5 Prozent die Papiere der Commerzbank
, nachdem das Kreditinstitut Zahlen vorgelegt hatte. "Angesichts des Konjunkturabschwungs in Deutschland und der Vorsicht des Managements gibt es keinen Grund, Commerzbank
-Aktien zu haben", erklärte Kepler-Analyst Dirk Becker. Dabei waren europaweit Finanzwerte gefragt, nachdem die französische Großbank BNP
Paribas mit besser als erwartet ausgefallenen Zahlen aufwartete. Das belohnten Anleger mit einem Kursplus von 5,2 Prozent, der Bankenindex gewann 1,2 Prozent. Dem Sektor halfen auch Kommentare der US-Notenbank vom Vorabend. "Sie haben indirekt signalisiert, dass sie nicht vorhaben, in absehbarer Zeit die Zinsen zu erhöhen, und das hat geholfen", sagte ein Händler.
Performance-Check: Europas Banken im Vergleich.
Die Aussicht auf Preiserhöhungen bei Henkel
verhalfen den Papieren des Konsumgüterkonzerns zu einem Plus von 4,3 Prozent. "Wenn sie die durchkriegen, werden sie ihre Rohstoffkosten besser unter Kontrolle haben", sagte ein Händler.
Die Aktien des Sportausrüsters Adidas
lagen in der Gunst der Anleger weiter ganz vorne: einen Tag nach dem Quartalsbericht konnten die Titel erneut 5,6 Prozent zulegen.
Im Minus lagen hingegen die schwergewichteten Titel der Versorger E.ON
und RWE
, die 1,3 Prozent und 0,8 abgaben.
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Das milliardenschwere Übernahmeangebot für den weltweit drittgrößten Platinhersteller Lonmin
durch Xstrata
werten Analysten als gutes Zeichen für die europäischen Bergbauwerte. "Meiner Ansicht nach ist das sehr wichtig, weil es die Zuversicht schürt, dass in dem Sektor trotz des Kursverfalls immer noch gute Werte stecken", sagte ein Analyst. Die Aktien von Lonmin
gewannen 48 Prozent auf 33,96 Pfund und lagen damit über der Xstrata
-Offerte von 33 Pfund je Aktie oder umgerechnet rund 6,3 Mrd. Euro. Der europäische Rohstoff-Index kletterte um 3,8 Prozent.
Auch an der Wall Street erholten sich die Indizes wegen des fallenden Ölpreises von anfänglichen Verlusten. Abwärts ging es dort allerdings für Finanzwerte, nachdem Freddie-Mac-Aktien um zwölf Prozent einbrachen. Der Hypothekenfinanzierer fuhr im zweiten Quartal 821 Mill. Dollar Verlust ein.

