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02.07.2008 
Marktbericht New York

Rekordölpreis reißt US-Börsen ins Minus

Ausverkauf an der Wall Street: Ein neuer Rekordstand beim Ölpreis hat die US-Börsen am Mittwoch schwer belastet. Alle wichtigen Indizes beendeten den Handelstag tief im Minus. Besonders stark wurden Auto- und Technologiewerte belastet. Neue Konjunkturdaten trübten die Stimmung zusätzlich. Verlierer des Tages war die Aktie von General Motors.

Die US-Flagge am Gebäude der Börse in New York. Foto: dpaLupe

Die US-Flagge am Gebäude der Börse in New York. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der neue Ölpreis-Rekord von 144 Dollar hat den Anlegern an der Wall Street am Mittwoch im späten Handel kräftig die Stimmung verdorben und die US-Börsen annähernd auf Tagestiefständen schließen lassen. Schon zuvor hatten im Handelsverlauf aktuelle Konjunkturdaten die Kurse gedrückt. Eine Analyse der Investmentbank Merrill Lynch, wonach ein Bankrott des Autobauers General Motors nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, tat ihr übriges. Im frühen Handel hatten die Indizes noch zugelegt. Grund war die Mitteilung der Deutschen Bank, im zweiten Quartal schwarze Zahlen geschrieben zu haben und keinen Bedarf für frisches Kapital zu sehen. Dies hatte Anlegern Hoffnung auf ein baldiges Abflauen der Kreditkrise gemacht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,46 Prozent tiefer mit 11 215 Punkten. Im Handelsverlauf war er zwischen 11 214 und 11 434 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,82 Prozent auf 1261 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 2,32 Prozent auf 2251 Punkte ab. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl stieg am Abend bis auf 144,32 Dollar pro Fass (159 Liter) und war damit rund dreieinhalb Dollar teurer als am Vortag. Am Nachmittag hatte die US-Regierung bekanntgegeben, dass die Öl-Bestände in der vergangenen Woche um zwei Mill. Barrel gefallen sind – am Markt war lediglich mit einem Rückgang um 100 000 Barrel gerechnet worden. Als Grund wurde eine höhere Nachfrage bei einem gleichzeitigen Rückgang der Importe genannt.

Zudem belasteten neue Hinweise auf eine Abschwächung des US-Arbeitsmarktes: Einer Umfrage der Arbeitsagentur ADP zufolge baute die US-Privatwirtschaft im Juni fast 80 000 Stellen ab. Und auch die künftigen Unternehmensgewinne sowie die Schätzungen dazu machten den Börsianern Sorgen: Weithin wird erwartet, dass die Markt-Prognosen angesichts der schwachen Konjunktur gesenkt werden. Dies sei quer durch alle Bereiche zu erwarten, nicht nur im Finanzsektor, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets.

Die Anleger verkauften Aktien auf breiter Front: Techwerte waren ebenso betroffen wie Schwergewichte wie Caterpillar oder Alcoa, die fünf beziehungsweise 6,8 Prozent verloren. Zu den größten Verlierern zählten die Papiere des US-Autobauers GM, die 15,1 Prozent nachgaben. Nach Einschätzung von Merrill Lynch muss sich der Konzern 15 Mrd. Dollar frisches Geld besorgen. Wenn es mit dem US-Automarkt weiter bergab gehe, sei auch ein Konkurs bei GM nicht ausgeschlossen, warnte die Investmentbank.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Blockbuster-Aktien, die 5,6 Prozent stiegen. Der DVD-Verleiher hat die umstrittene Milliardenübernahme des Elektronik-Händlers Circuit City Stores abgesagt. Die Papiere von Circuit gaben neun Prozent nach. Die Aktien von Yahoo legten 3,4 Prozent zu, nachdem es in einem Medienbericht geheißen hatte, Microsoft suche nach Verbündeten für einen neuen Anlauf zur Übernahme des Yahoo-Suchmaschinen-Geschäfts. Die Börse reagierte auch positiv auf den Plan von Starbucks , weltweit rund 12 000 Arbeitsplätze abzubauen. Die Aktien der Kaffeehauskette stiegen um 0,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Mrd. Aktien den Besitzer. 824 Werte legten zu, 2341 gaben nach und 63 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,44 Mrd. Aktien 739 Titel im Plus, 2113 im Minus und 88 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen notierten im späten Handel 9/32 höher mit 99-06/32. Sie rentierten mit 3,973 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 21/32 auf 97-24/32. Damit ergab sich eine Rendite von 4,511 Prozent.

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