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25.07.2008 
Sechs-Monats-Tief

Russische Aktien brechen ein

An den russischen Aktienmarkt ist die Angst zurückgekehrt. Vor dem Hintergrund einer Reihe schlechter Nachrichten stürzt der Leitindex RTS am Freitag um 5,6 Prozent auf das Sechs-Monats-Tief von 1 951 Punkten ab.

Auch Putins Angriff gegen ein großes Bergbauunternehmen setzte dem Aktienmarkt zu. Foto: ap.Lupe

Auch Putins Angriff gegen ein großes Bergbauunternehmen setzte dem Aktienmarkt zu. Foto: ap.

HB MOSKAU. Beobachter sagten, dass sich die politischen Risiken wieder deutlich verschärft hätten und Investoren im In- und Ausland beunruhigt seien. Die Verkäufe seien breit gestreut gewesen; Titel wie Gazprom, Rosneft oder Sberbank fielen um 3,5 Prozent bis 7,5 Prozent.

"Wir haben drei schlechte Nachrichten und die Risikoprämie ist deshalb stark gestiegen", sagte ein Händler und verwies auf die Abreise des CEO des russisch-britischen Joint Ventures TNK-BP, Robert Dudley, eine Tirade des Premierminister Wladimir Putin gegen eines der größten russischen Bergbauunternehmen und Betrugs-Vorwürfe eines aus Russland verbannten Fondsmanagers.

Der Ölkonzern TNK-BP hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass Dudley nach endlosen Problemen mit seinem Visum das Land verlassen habe. TNK-BP wird im Streit um die Kontrolle über das 50-50-Joint-Venture seit einiger Zeit von der Steuerbehörde und der Staatsanwaltschaft mit Vorwürfen verfolgt. Im Ergebnis haben viele internationale Portfolioinvestoren ihr Geld aus Russland zurückgezogen.

Nun kamen die Anwürfe von Putin gegen die Kohle- und Stahlgruppe OAO Mechel hinzu. Er kritisierte Mechels Preispolitik für Kokskohle, deren Preis für einheimische Kunden im ersten Quartal doppelt so hoch gewesen sei wie auf dem internationalen Markt. Putin ordnete deshalb eine Kartelluntersuchung an. Mechel-ADRs waren über Nacht in New York um 38% eingebrochen, belastet von der Sorge um eine Staatsrazzia ähnlich wie im Fall Yukos.

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