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05.09.2008 
Internationaler Aktienhandel

Schweizer Börse: Gerüchte treiben Ciba

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche sehr schwach und beinahe auf dem Tagestiefstand beendet. Belastet wurde das Geschehen am Freitag von den Großbanken UBS und CS, die im Einklang mit den europäischen Finanzwerten unter Druck standen. Daneben sorgten zeitweilig auch schlechter als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten für stärkere Verkäufe. Im späteren Handel wurde der Abwärtsdruck durch die negative Performance der Wall Street noch einmal deutlich verstärkt. Der SMI markierte in der Folge ein neues Tagestief.

Bis Börsenschluss verlor der Leitindex SMI 108,06 Einheiten oder 1,53 Prozent auf 6 976,59 Zähler, das Tagestief lag bei 6 954,88 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 1,97 Prozent auf 1 040,82 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI ) um 1,49 Prozent auf 5 857,78 Punkte.

Stark unter Druck standen am Berichtstag die Großbankenwerte. UBS (-3,6% auf 22,40 Franken) und Credit Suisse (-2,9 Prozent auf 49,16 Franken) setzten damit den Kurszerfall des Vortages fort. Das Sentiment wurde Händlern zufolge von den negativen Vorgaben der US-Finanzwerte sowie von einer kritischen Sektorstudie der Deutschen Bank belastet. Dem negativen Sog konnten sich auch Julius Bär (-4,2 Prozent auf 63,25 Franken) nicht entziehen.

Schlecht erging es auch den Versicherern. Am Deutlichsten trennten sich die Anleger dabei von Swiss Re (-3,3 Prozent auf 65,20 Franken). Damit profitierte der Rückversicherer kaum von einer Studie der Ratingagentur Moody"s. Diese kam zum Schluss, dass trotz weltweiter Finanzkrise und schlechterer Marktbedingungen die Rückversicherer für die kommenden zwölf bis 18 Monaten gut gerüstet seien. Am Montag beginnt in Monte Carlo die Erneuerungsrunde der Rückversicherer. Swiss Re wird dabei über die aktuelle Marktlage orientieren. Aber auch Swiss Life (-1,7 Prozent auf 190,10 Franken), Baloise (-2,0 Prozent auf 90,55 Franken) oder ZFS (-1,4 Prozent auf 278,25 Franken) wurden in größerem Stil verkauft.

Clariant (-1,7 Prozent auf 9,86 Franken) wurden nach dem überraschenden Wechsel an der Unternehmensspitze zurückgenommen. Gemäß Händlern wird befürchtet, dass Clariant mit dem Wechsel an der Konzernspitze vom Turnaroundkurs abkommen könnte. Der Führungswechsel komme zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, so die Konsensmeinung.

Stark unter Abgabedruck standen auch die zyklischen Titel wie Richemont (-4,6 Prozent auf 61,85 Franken), Swatch (-4,1 Prozent auf 253,75 Franken), ABB (-3,9 Prozent auf 25,02 Franken) oder Holcim (-2,6 Prozent auf 78,20 Franken). Wie üblich in solchen Szenarien wurden dagegen die defensiven Schwergewichte bevorzugt. So verloren Novartis (-0,8 Prozent auf 59,05 Franken) und Roche (-0,3 Prozent auf 183,40 Franken) unterdurchschnittlich, Nestle (+0,5 Prozent auf 48,10 Franken) schlossen im Plus um.

Mit den größten Kursaufschläge im SMI/SLI schlossen aber Ciba (+10,3 Prozent auf 32,28 Franken). Nach dem überraschenden CEO-Wechsel bei Clariant kursierten Beobachtern zufolge Gerüchte, dass sich CEO Jan Secher bei Clariant mit dem Verwaltungsrat überwarf, weil dieser an einer Fusion mit dem Platzkonkurrenten Ciba bastle.

Außer Ciba und Nestle schlossen nur noch Lonza (+0,1 Prozent auf 155,30 Franken) im Plus, Swisscom (-0,1 Prozent auf 350,75 Franken) kaum verändert.

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